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Was steckt in einer gesunden Kuh?

Denken Sie an die gesündesten Kühe Ihrer Herde. Was macht sie zu den gesündesten? Ist es ihr höheres Alter? Ist es die Tatsache, dass sie noch nie eine Mastitis hatten? Oder ist, weil sie den Frischabkalberbereich schnell verlassen, weil sie keine Probleme mit Milchfieber, Metritis, Nachgeburtsverhalten, Labmagenverlagerung oder Ketose hatten?

Wir sind uns sicher, dass Ihre gesündesten Kühe diejenigen sind, die Sie nicht einmal bemerken. Sie haben sie nicht auf dem Schirm, weil sie einfach ihrer Aufgabe nachgehen: Sie produzieren hochwertige Milch ohne dabei Probleme für Sie oder Ihr Team zu bereiten.

Wir nennen diese unbemerkten Kühe die 4-Event Kühe. Wenn Sie sich eine Kuhkarte in Ihrem Herdenmanagementprogramm anschauen, dann erkenn Sie eine 4-Event Kuh sofort am Mangel an Ereignissen. Während der gesamten Laktation erscheinen bei diesen Kühen nur 4 Ereignisse: 1. Frisch, 2. Besamt, 3. Trächtig und 4. Trockengestellt.

Wenn das die einzigen vier Ereignisse in der Laktation sind, dann sind die Chancen hoch, dass es sich um eine gesunde und profitable Kuh handelt.

Eine gesunde Kuh ist das Resultat aus mehreren Faktoren: eine ausgewogene Futterration, eine gute Transitphase und Frischabkalbermanagement, das richtige Melkverfahren, hoher Kuhkomfort – und die richtige Genetik!

Auch wenn die Genetik nur einen begrenzten Anteil einer gesunden Kuh ausmacht, so ist sie doch ein messbarer und wahrer Faktor.

Gesunde Genetik?

Im April 2018 veröffentlichte der Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB) eine Reihe neuer Gesundheitsmerkmale. Diese Merkmale basieren auf der Datenbank tatsächlich dokumentierter Fälle von häufigen und kostspieligen Gesundheitsproblemen beim Milchvieh. Diese sechs neuen Merkmale geben die Resistenz der Tiere gegen die jeweiligen Gesundheits- und Stoffwechselproblemen an und sollen Milchproduzenten dabei unterstützen gesündere Kühen für die nächste Generation zu züchten.

Dazu gehören Mastitis (MAST), Ketose (KETO), Nachgeburtsverhalten (RETP), Metritis (METR), Labmagenverlagerung (DA) und Milchfieber (MFEV).

Die Nutzung der neuen Gesundheitsmerkmale bietet Ihnen in Ihrem genetischen Plan eine große Chance gesündere Kühe zu züchten. Die meisten der neuen Merkmale korrelieren mit PL (Productive Life – Nutzungsdauer). Wenn Sie es sich also einfach machen wollen, können Sie für gesündere Kühe in Ihrer Herde auch auf Productive Life selektieren.

Gesündere Genetik, schlicht und einfach

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sagt uns der Zuchtwert des Merkmals PL (Nutzungsdauer), wie viele Monate mehr oder weniger die Kuh im Vergleich zum Durchschnitt in der Herde bleibt. Während die meisten Kühe wegen geringer Milchproduktion oder schlechter Fruchtbarkeit den Betrieb verlassen, gehen diese Probleme meist auf spezifische Gesundheitsprobleme im Leben einer Kuh zurück.

Die Selektion auf PL oder eines der anderen Gesundheitsmerkmalen in Ihrem genetischen Plan kann Ihnen helfen, spezifische Gesundheitsprobleme in Ihrer Herde anzugehen.

Dieses Wissen haben wir aus DairyComp – Analysen gewonnen, die wir in vielen großen, progressiven Herden durchgeführt haben. Im folgenden Beispiel analysieren wir einen gut gemanagten Milchviehbetrieb mit 2400 Kühen, auf dem Gesundheitsmerkmale genau erfasst werden. Wir haben die Tiere, deren Väter die höchsten durchschnittlichen PL- Wert aufweisen, mit den Tieren, deren Väter mit den niedrigsten durchschnittlichen PL- Werten verglichen.

Keine der Tiere werden bevorzugt behandelt –alle werden mit dem gleichen gut geführtem Management betreut. Da es keine weiteren Unterschiede außer den PL-Werten ihrer Väter gibt, die diese Tiere voneinander unterscheiden, haben wir verglichen, wie viele Gesundheitsereignisse jede Gruppe hatte. Im Speziellen haben wir uns Fälle von Mastitis, Ketose, Nachgeburtsverhalten, Metritis, Labmagenverlagerung und Milchfieber angeschaut und analysiert.

Wie erwartet zeigt Tabelle 1, dass die Kühe mit den höchsten PL-Werten bei jedem Gesundheitsereignis deutlich weniger Fälle aufweisen.

Tabelle 1# der KüheØ PL der VäterMastitisKetoseNachgeburtsverhaltenMetritisLabmagen
Kühe niedrige PL6071.325822323329
Kühe hohe PL6006.279316167
Unterschied4.917919161722

Die Wirtschaftlichkeit einer gesunden Genetik

Wir wissen, dass diese Gesundheitsereignisse mit Kosten verbunden sind und der CDCB hat diese berechnet. Die Kosten werden ohne Berücksichtigung von Produktionsausfällen oder schlechter Fruchtbarkeit berechnet. Es werden also nur die direkten Kosten gemessen, die mit jedem Ereignis verbunden sind.

Nehmen wir diese Kosten und wenden sie auf unsere Herde im Beispiel an. Dafür haben wir die Kosten pro Gesundheitsereignis mit der Differenz der Anzahl der Ereignisse zwischen den Gruppen mit niedrigem und der Gruppe mit hohem PL- Wert multipliziert. Tabelle 2 zeigt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Nutzungsdauer für einen2100-Kuh Betrieb.

Tabelle 2MastitisKetoseNachgeburtsverhaltenMetritisLabmagenMilchfieber
CDCB-berechnete Kosten pro Gesundheitsereignis68€25€61€100€177€31€
Unterschied der Ereignisse der beiden PL-Gruppen1791916172212
Gesamtkosten für den Betrieb12.172€475€976€1.700€3.894€372€
= 19.589€

Dieser Betrieb spart insgesamt 21.691 Dollar alleine durch die Genetik Ihrer gesunden Kühe!

Sie möchten gesündere Kühe? Genetik hilft!

Wenn Sie Productive Life oder eines der sechs neuen Gesundheitsmerkmale in Ihren genetischen Plan aufnehmen, dann werden Sie eine nächste Generation von unbemerkten Kühen schaffen – diejenigen, die gut produzieren und gleichzeitig wenig gesundheitliche Probleme in ihrem Leben aufweisen.

Umwelteinflüsse, Kuhkomfort und das Management spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit Ihrer Herde. Aber wie Sie jetzt wissen, spielt auch die Genetik für die Gesundheit Ihrer Kühe und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Milchproduktion eine entscheidende Rolle.

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Der hohe Wert geringer Erblichkeiten

Tatsache ist, dass die Heritabilität von Merkmalen oft missverstanden wird. Einfach gesagt, bedeutet die Heritabilität, also die Erblichkeit, wie viel des Unterschieds in der tatsächlichen Leistung auf der Genetik basiert, anstatt auf dem Einfluss des Management oder der Umwelt.

Zum besseren Verständnis stellen Sie sich zwei Kühe in verschiedenen Herden vor. Wie viel von ihrem Milchleistungsunterschied ist auf die Genetik zurückzuführen und wie viel auf das Management oder die Umwelt? Es stellt sich heraus, dass etwa 30% auf Genetik und 70% auf Management und Umwelt zurückzuführen sind. Daher hat Milchleistung eine Erblichkeit von 0,30.

Wie sieht dieses Verhältnis im Bereich Fruchtbarkeit aus? Management und Umwelt machen 96% der Unterschiede zwischen den Töchtern aus, sodass der Einfluss der Genetik nur 4% beträgt. Somit hat DPR eine Erblichkeit von 0,04.

Die Merkmale, die am häufigsten mit einer geringen Erblichkeit in Verbindung gebracht werden, sind die Gesundheitsmerkmale – Nutzungsdauer (PL), Töchterfruchtbarkeit (DPR) und der somatische Zellgehalt (SCS). Viele Produzenten glauben, dass eine geringe Heritabilität in einem geringeren oder langsameren genetischen Fortschritt resultiert. Aber es wäre falsch, zu denken, dass Merkmale wie DPR, PL oder SCS aufgrund von geringen Heritabilitäten zu vernachlässigen sind, weil sie keinen Einfluss haben.

Die Perspektive ist wichtig

In der Genetik zeigt sich Genauigkeit, wenn Ergebnisse innerhalb einer Herde verglichen werden. Diese sogenannte Kontrollgruppe wird in einer Herde innerhalb einer bestimmten Laktationsgruppe und einer bestimmten Abkalbezeit beobachtet. Durch die Evaluierung innerhalb einer Kontrollgruppe wird der Effekt durch Management und Umwelt stark reduziert.  Wir haben effektiv mehr Kontrolle über die Bewertung, um die tatsächlichen Auswirkungen der Genetik besser zu bewerten.

Die Gesamterblichkeit für Gesundheitsmerkmale wie DPR und PL ist gering. Wenn wir allerdings die Ergebnisse innerhalb der einzelnen Kontrollgruppen betrachten, erfahren wir den wahren genetischen Einfluss.

Die Wahrheit liegt in den Zahlen

Nehmen Sie die Auswertung eines echten Milchviehbetriebes mit 1500 Kühen und sehr guten Fruchtbarkeitsergebnissen als Bespiel. Alle erstlaktierenden Kühe wurden, basierend auf dem DPR Zuchtwert ihres Vaters, in vier Gruppen aufgeteilt. Hier ist eindeutig ersichtlich, dass die Töchter der Bullen mit hohem DPR Zuchtwert schneller tragend wurden, als solche von Bullen mit niedrigem DPR Zuchtwert.

Denken Sie an eine Herde mit einer Pregrate von 22% und einem Durchschnitt von 130 offenen Tagen. Wenn der Betriebsleiter einen Bullen mit einem DPR von +3.0 auswählt, um 100 Töchter zu züchten, dann erwarten wir, dass diese Töchter im Durchschnitt eine Pregrate von 25% und durchschnittlich 118 offenen Tage haben.

Anzahl der KüheDurchschnitt Bulle DPRPregRate
Top 25% für DPR1742.327%
Niedrigste 25% für DPR137-1.120%
Unterschied3.47%

Dasselbe gilt für die Nutzungsdauer. Trotz der geringen Erblichkeit von weniger als 9% kann PL einen echten und spürbaren Unterschied in Ihrer Herde erzeugen.

Die untenstehende Tabelle vergleicht, wie lange die Töchter der zehn besten PL-Bullen und Töchter der untersten zehn PL-Bullen der Branche in einer bestimmten Herde bestehen. Sie können sehen, dass ein höherer Prozentsatz von Töchtern mit hohem PL, die durch die dunkelblauen Balken dargestellt werden, in einer Herde verbleiben, als Nachkommen der niedrigen PL-Bullen. Wenn Sie also PL in ihren genetischen Plan integrieren, züchten Sie gesündere, langlebigere Kühe in Ihrer Herde.

Fokus auf wirtschaftlichen Wert

Als progressiver Milchproduzent sollten Sie sich von der geringen Heritabilität der Gesundheitsmerkmale nicht davon abhalten lassen, die richtigen genetischen Mittel für Ihre Herde zu nutzen. Gesundheitsmerkmale sind wirtschaftlich wichtig und Verbesserungen in diesen Bereichen können enorme wirtschaftliche Auswirkungen für Ihren Betrieb haben.

Es gibt viele Merkmale, die eine sehr hohe Heritabilität, aber keine wirtschaftliche Bedeutung haben. Mit anderen Worten, wir können sehr schnell Fortschritte für diese Merkmale erzielen, aber wir erhalten dadurch keine profitablere Kuh.

Beispiele dafür sind Fellfarbe und Hornlosigkeit. Beide Merkmale haben eine Erblichkeit von 100%, da sie rein genetisch bestimmt werden. Wir können Kühe also in einer Generation rot oder hornlos züchten, aber was ist der wirtschaftliche Wert für einen Milchviehbetrieb?

Im Vergleich dazu ist der wirtschaftliche Wert von fruchtbareren Kühen, die aufgrund von weniger Stoffwechselproblemen, weniger Fällen von Mastitis und weniger Kalbeschwierigkeiten länger leben, deutlich erkennbar. Diese genetischen Merkmale machen eine Kuh für jeden Betrieb deutlich profitabler.

Management Tipps für die Selektion

Wenn Sie Ihren genetischen Plan festlegen oder neu bewerten, sollten Sie die folgenden Tipps beachten, um den Fortschritt in Richtung Ihrer Ziele zu maximieren.

1. Definieren Sie Ihre Ziele
Sie können damit beginnen, die häufigsten Gründe für die Merzung in Ihrer Herde zu ermitteln, um die wichtigsten Gesundheitsprobleme auf Ihrem Betrieb zu ermitteln. Ist es die Reproduktion, Milchproduktion oder Mastitis? Diese Information gibt Ihnen die Grundlage, um Zuchtentscheidungen zu treffen, die Ihre Herde nach vorne bringt.

2. Wählen Sie Ihre eigenen Werkzeuge aus
Gesundheitsmerkmale bieten Milchproduzenten einige leistungsstarke Werkzeuge, um bei schwacher Fruchtbarkeit, metabolischen Problemen, hohen Raten von Schwergeburten und dergleichen zu korrigieren. Finden Sie heraus, wie wichtig Ihnen die einzelnen Merkmale sind und legen Sie bei der Auswahl von Bullen einen Schwerpunkt auf ebensolche Merkmale.

3. Passen Sie die Lösung an Ihren Betrieb an
Da Standardzuchtwerte der Industrie unterschiedlich sind und sich ihre Gewichtung für Gesundheitsmerkmale ebenfalls ständig verändert, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass sie Ihre individuellen Ziele und Bedürfnisse widerspiegeln. Arbeiten Sie mit Ihrem Alta Berater zusammen, um sicherzustellen, dass Ihr genetischer Plan auf Ihre individuelle Situation und Ihre Ziele zugeschnitten ist.

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