Der MUI (Modern Udder Index) wurde von PEAK für moderne Milchviehbetriebe entwickelt, die eines oder beide der folgenden Ziele verfolgen:
Fokus auf Euter, die mittelgroße, langlebige und hochproduktive Kühe fördern.
Eine neue Generation von Kühen, die im Melkstand oder mit dem Melkroboter effizienter arbeiten, da sie über optimalere Zentralbänder, Zitzenlänge und Zitzenstellung verfügen.
Das Hauptziel des MUI besteht darin, funktionelle Eutermerkmale zu erhalten, die sich auf die Leistung im Melkstand auswirken, und gleichzeitig Eutermerkmale zu fördern, die zu einer höheren Lebensleistung beitragen.
Welche Merkmale sind im MUI enthalten?
Die Aufschlüsselung des Indexes sieht wie folgt aus:
- Hintereuterhöhe*
- Hintereuterbreite*
- Zitzenlänge***
- Vordere Euteraufhängung*
- Zentralband***
- Eutertiefe***
- Hintere Strichplatzierung***
- Vordere Strichplatzierung***
* = Merkmal mit einer maximalen Obergrenze | *** = Zwei-Wege-Merkmal
Was ist ein Merkmal mit Obergrenze?
MUI nutzt Obergrenzen, um einen positiven Selektionsdruck auf Merkmale bis zu einem bestimmten Niveau auszuüben, ohne jedoch einen Mehrwert jenseits dieses Punktes zu belohnen.
Was ist ein Zwei-Wege-Merkmal?
Auch als Merkmal mit Zwischenoptimum bekannt, fördern Zwei-Wege-Merkmale die Selektion in Richtung des Populationsdurchschnitts und weg von Extremwerten in beide Richtungen. Ein klassisches Beispiel für ein Zwei-Wege-Merkmal ist die Hinterbeinstellung, da man weder zu gerade Hinterbeine noch zu stark durch das Sprunggelenk gestellte Hinterbeine wünscht. Viele der heutigen Exterieurmerkmale sind Beispiele für Zwei-Wege-Merkmale, bei denen eine Veränderung nicht wünschenswert ist und der Durchschnitt das beste Ergebnis darstellt.
Wie wird der MUI berechnet?
Der MUI wird von PEAK auf Grundlage der acht Eutermerkmale erstellt, die von der Holstein Association USA, Inc. gemessen und ausgewiesen werden. Der MUI wird nicht anhand offizieller Branchenindizes berechnet und steht auch in keinem Zusammenhang mit diesen. Der MUI wird an URUS weitergegeben, und zwar ausdrücklich zum Zweck der genetischen Selektion von Eutern, die für die moderne, wirtschaftliche Milchviehhaltung ausgelegt sind.
Ist der MUI für Roboterherden relevant?
Auf jeden Fall. Die Merkmale, auf die die meisten Herden mit Melkrobotern achten, sind die Zitzenlänge (die derzeit zu kurz ist) und die Zitzenstellung (die derzeit zu eng beieinander liegt) sowie das Zentralband (das zu stark ausgeprägt ist, wodurch die Zitzen noch näher beieinander liegen). Diese Merkmale werden im Rahmen des MUI angemessen berücksichtigt, ebenso wie eine moderate Größe und die Aufrechterhaltung der Milch- und Inhaltsstoffproduktion. Dies macht den MUI zu einem geeigneten Selektionsinstrument, um Kühe zu züchten, die für ein Roboter-Melksystem geeignet sind.
Ist MUI relevant für Herden, die in einem Melkstand gemolken werden?
Dieselben Merkmale, die bei Roboterherden Probleme verursachen, führen auch in Melkständen zu Effizienzverlusten. Für das Melkpersonal ist es genauso schwierig, Melkeinheiten an Zitzen anzulegen, die zu kurz sind oder zu dicht beieinander liegen. Auch in Melkständen gibt es eine Obergrenze für die Größe der Kühe.
Was ist ein guter MUI-Wert?
Die MUI-Werte reichen von etwa 0,00 bis 15,00. Höhere Werte sind vorteilhafter für die Zucht von Kühen mit modernen Eutern, die in den modernen Milchviehbetrieben von heute leistungsfähiger sind.
Wie kannst du den MUI in deinen Zuchtplan integrieren?
Wenn du feststellst, dass der MUI zu deinen Zuchtzielen passt, kannst du ihn in den individuellen genetischen Plan deines Betriebs aufnehmen. Der Modern Udder Index ist in Alta Bull Search zu sehen, sodass du die MUI-Werte der Alta-Bullen einsehen kannst. Du kannst auch die Option „Erweiterte Suche“ nutzen, um den MUI in deinen genetischen Plan zu integrieren – du findest ihn im Abschnitt „Exterieurmerkmale“.


