Der „Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB)“ fügt den neuen Zuchtwert Bullen-Trächtigkeitsdauer und damit die Tragezeit als neues Merkmal in der Zuchtwertschätzung ab August 2017 für alle Rassen hinzu.

Der Zuchtwert zeigt den Einfluss der Bullen auf die Tragezeit der angepaarten Kühe. Er wird als Abweichung vom Mittelwert angegeben, welcher im Basisjahr 2010 bei 277 Tagen für Kühe der Rasse Holstein lag. Somit liegen Kalbungen eines Bullen mit einem Zuchtwert von +2.0 im Mittel bei 297 Tagen Tragezeit. Die Standardabweichung beträgt 1,4, was bedeutet, dass 68% der Bullen zwischen -1,4 und +1,4, sowie 95% zwischen -2,8 und 2,8 Tagen Abweichung liegen. Für Holstein Bullen ab dem Jahr 1995 wird eine Reichweite von 5,6 Tagen verkürzter und 6,4 Tagen verlängerter Tragezeit im Vergleich zum Durchschnitt angegeben. In Zukunft soll ebenso ein Merkmal für die Tragezeit der Töchter bereitgestellt werden.

Am nützlichsten kann die Tragezeit als Merkmal für Herden mit saisonalem Kalben sein. Hier können Bullen mit einem Zuchtwert für eine kürzere Tragezeit bei den Kühen angepaart werden, die bei der ersten Besamung nicht tragend geworden sind, sodass alle Kalbungen leichter auf einen bestimmten Zeitraum konzentriert werden können.

Die Tragezeit ermöglicht außerdem eine genauere Vorhersage des Geburtstermins des Kalbes. Dies trägt zu einem effizienteren Management bei der Stallbelegung von Close-Up Gruppen sowie zu einer besseren Planung der Trockenstelltermine und anschließend der Abkalbeboxenbelegung bei. Die genauere Datierung der Kalbung ist ebenso auf die rasseunterschiedlichen Erhebungen des Merkmals zurückzuführen, da die Tragezeit neben Alter und Jahreszeit ebenso aufgrund der Rasse variiert.

Momentan wird die Tragezeit nicht in den TPI oder den NM$ Index einbezogen.

Wenn neue Merkmale, wie die Tragezeit, implementiert werden, ist es wichtig, dass Sie Ihren Fokus auf der aktuellen Situation und den Zielen Ihres Betriebes haben. Arbeiten Sie mit dem Alta Mitarbeiter Ihres Vertrauens zusammen, um Ihren individuell erstellten genetischen Plan zu überprüfen und möglicherweise zu überarbeiten. Implementieren Sie neue Merkmale, wie die Tragezeit, nur in Ihren genetischen Plan, wenn er Sie bei dem Erreichen Ihrer betrieblichen Ziele unterstützt und in dessen Grundkonzept passt.

Erfahren Sie mehr über die aktuelle Forschung, die Erblichkeit und Korrelation des Merkmals Tragezeit, präsentiert durch Wright, Van Raden und Hutchinson bei den ASDA Meetings 2017.