Der Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB) wird ab sofort genomische Zuchtwerte für gekreuzte Tiere herausgeben. In den letzten Jahren hat die zunehmende Kreuzungszucht, kombiniert mit einer stetig wachsenden Akzeptanz von genomischen Tests, dazu geführt, dass die Nachfrage – und die Verfügbarkeit – für genomische Zuchtwerte der Kreuzungstiere besteht.

Was bedeutet das für Sie?

Sie können erwarten, dass die Zuchtwertschätzung von Kreuzungstieren etwas weniger genau sind als die von reinrassigen Tieren. Das CDCB wird genomische Prognosen als gewichteten Durchschnitt der jeweiligen Einzelrassenbewertungen berechnen. Das bedeutet, dass sich die Genauigkeit der Zuchtwerte für Tiere, die bereits einen Zuchtwerte besitzen, steigt. So werden beispielsweise Tiere, die zu etwa 85% aus Jersey und zu 15% aus Holstein stammen, eine höhere Genauigkeit aufweisen, denn anstatt nur als Jersey bewertet zu werden, wird ihr Holstein-Anteil nun genauer in der Bewertung dieses Tieres berücksichtigt.
Ein weiteres Resultat dieses Updates ist eine leicht erhöhte Genauigkeit der reinrassigen Zuchtwerte. Denn Kreuzungstiere mit einem BBR von <=94% werden nicht in die individuelle Rassenbewertung mit einbezogen.

Die Details

In den USA gibt es fünf Hauptrassen von Milchvieh mit genomischen Auswertungen: Holstein, Jersey, Brown Swiss, Ayrshire und Guernsey.
Derzeit ist BBR, das für „Breed Base Representation“ steht, eine Schätzung des Prozentsatzes der DNA eines Tieres, die von jeder dieser fünf Rassen hergeht. In Zukunft werden die Tiere wie folgt aufgeteilt:

  • BBR >= 94% werden als reinrassige Rasse definiert.
  • BBR >= 90% werden weiterhin mit der Rasse ihrer höchsten BBR bewertet.
  • BBR < 90% werden in einer separaten Gruppe bewertet und ihre Schätzung basieren auf einer gewichteten Kombination der Marker-Effekten aus den verschiedenen Rassen.

Wenn ein Tier eine BBR < 90% hat, wird das CDCB dieses Tier am wahrscheinlichsten als die Rasse mit der höchsten BBR bezeichnen. Die Ausnahme bilden gekreuzte Tiere der ersten Generation mit einem BBR der höchsten Rasse von weniger als 55 %.

Einige Merkmale werden nur innerhalb einer bestimmten Rasse bewertet oder sind rassenübergreifend schwer zu vergleichen. Aus diesem Grund haben gekreuzte Tiere Typmerkmale, Abkalbungsmerkmale (nur Holstein und Brown Swiss) und Gesundheitsmerkmale (nur Holstein) von nur einer Rasse – sie werden nicht verrechnet.

Es wird auch keine Haplotypen für die gekreuzten Tiere bei der Veröffentlichung im April 2019 geben.

Denken Sie daran…

Wenn Sie die Kreuzung als Teil Ihrer genetischen Strategie umsetzen, sind diese neuen Kreuzungsbewertungen wichtig für Sie. Dieses Update liefert Ihnen genauere Informationen, um bessere Entscheidungen zu treffen, unabhängig von der Rassenzusammensetzung Ihrer Herde.