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Category Archives: Wissen Milchwirtschaft

Mehr Reproduktionserfolg durch gesunde Kühe

Um eine Trächtigkeit zu erzeugen, sollte während der gesamten Laktation große Aufmerksamkeit auf das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere gelegt werden.

 

Der Weg zur Trächtigkeit beginnt weit vor der ersten Besamung. Es beginnt auch vor dem Start eines Synchronisations-Programms oder dem Beobachten des Brunstverhaltens durch ein Aktivitätssystem. Der Weg zur Trächtigkeit beginnt sogar noch bevor die Kuh in den Abkalbestall kommt.

ES BEGINNT VOR DER KALBUNG

Es ist kein Geheimnis, dass die Transitphase, das Frischmelker-Management und die allgemeine Herdengesundheit Schlüssel dafür sind, dass die Kuh ein profitables Mitglied Ihrer Herde wird. Nur die Kühe, die während der Transitphase und beim Abkalben die richtige Versorgung und Fütterung erhalten, haben die Chance, die nächsten 4-EVENT KÜHE Ihrer Herde zu werden. Eine 4-EVENT COW ist eine Kuh, die nur vier wichtige Ereignisse in ihrer Laktation aufzeichnet: 1-FRISCH, 2-BESAMT, 3-TRAGEND und 4-TROCKEN.

Natürlich treten während der Laktation einer Kuh auch Ereignisse wie Gruppenwechsel, Klauenpflege, Impfungen und Trächtigkeitsnachkontrollen auf. Aber wenn FRISCH, BESAMT, TRAGEND & TROCKEN die einzigen vier Hauptereignisse in der Laktation einer Kuh sind, gehört sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zum profitablen Teil Ihrer Herde.

In diesem Fall werden wir uns die ersten drei Ereignisse FRISCH, BESAMT & TRAGEND, genauer ansehen. Sie werden feststellen, dass der richtige Start in die Laktation starken Einfluss darauf hat, wie gut Ihre Kühe durch die ersten drei großen Ereignisse kommen.

ZAHLEN LÜGEN NICHT

Wir wissen, dass die Reproduktionsleistung einer Kuh durch ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen in der Transit- und Frischmelkerzeit beeinflusst wird. Wir wollten wissen, in welchem Ausmaß. Also haben wir nachgeforscht.

Wir haben uns Gesundheits- und Reproduktionsdaten von 10.000 Kühen aus 3 verschiedenen Milchviehbetrieben aus den USA angeschaut. Auf den Betrieben liegt das Management auf sehr hohem Niveau und Krankheitsereignisse werden sehr genau dokumentiert.

Wir haben die Kühe der drei Betriebe in 3 Gruppe unterteilt. Wir teilten jede Kuh einer Gruppe zu, basierend auf der Anzahl der Krankheitsereignisse, die sie hatte – null, eins oder zwei und mehr. Betrachtet wurden die Krankheitsereignisse, die Zeit, Arbeit und Geld kosten – darunter fallen Frischabkalberkrankheiten wie Milchfieber, Nachgeburtsverhalten, Metritis, Labmagenverlagerung, Ketose und auch Mastitis.

Wir haben dann die Konzeptionsrate der Erstbesamung, die Gesamtkonzeptionsrate und die Pregrate ausgewertet. Die Ergebnisse sind in dem Diagramm dargestellt.

WENIGER EREIGNISSE BEDEUTEN EINE BESSERE FRUCHTBARKEIT

Der Trend ist leicht zu erkennen. Kühe ohne Gesundheitsereignisse haben eine bessere Fruchtbarkeit als Kühe mit einem oder zwei und mehr Gesundheitsereignissen.

Es ist auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass mehr als 76% dieser Ereignisse in den ersten 30 Tagen in Milch stattfanden. Das zeigt die Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere während der gesamten Transit- und Frischmelkerphase auf ihre Fähigkeit, eine rentable 4-EVENT COW zu werden. Kühe, die einen optimalen Start in die Laktation, vor und nach dem Kalben, bekommen, werden viel eher frühzeitig BESAMT und nach nur einer Besamung als TRAGEND bestätigt.

Die Kühe, die gesunde, störungsfreie Transit- und Frischmelkerperioden hatten, wiesen im weiteren Verlauf 6% höhere Konzeptionsraten bei Erstbesamung auf, als Kühe mit nur einem Gesundheitsereignis und 10% höhere Konzeptionsraten bei Erstbesamung, als Kühe mit zwei oder mehr Gesundheitsereignissen. Das beweist das Offensichtliche – Kühe, bei denen keine Gesundheitsereignisse auftreten, insbesondere in den ersten 30 Tagen ihrer Laktation, können mit großer Wahrscheinlichkeit früher wieder besamt werden.

Welche Veränderung würden Sie vornehmen, um eine 10 % höhere Konzeptionsrate bei Erstbesamung zu bekommen?

FÜR DIE SKEPTIKER

Sie denken vielleicht, dass selbst eine Konzeptionsrate von 41% bei Erstbesamung und eine Pregrate von 27% in der Gruppe der Kühe mit 2 oder mehr Gesundheitsereignissen immer noch recht beeindruckend ist. Diese Zahlen basieren auf dem guten Management der Betriebe.

Es ist wichtiger, den Unterschied in der Reproduktionsleistung zwischen den Kühen mit mehreren und den gesunden, störungsfreien Kühen ohne Ereignisse zu erkennen. Ein Unterschied von 10% bei der Konzeptionsrate und 9% bei der Pregrate ist enorm!

Um noch einen Schritt weiter zu gehen, haben wir den jährlichen Durchschnitt der Pregrate für alle drei Herden berechnet. Dieser lag bei 32%. Das bedeutet, dass die Gruppe der Kühe mit mehreren Gesundheitsereignissen sogar noch eine 5% schlechtere Reproduktionsleistung aufweisen, als der Durchschnitt.

WAS KÖNNEN SIE MIT DIESEN INFORMATIONEN ANFANGEN?

Eine Kuh trächtig zu bekommen, beginnt lange vor der Besamung der Kuh. Wenn Sie Ihre Ziele in der Reproduktionsleistung nicht erreichen, dann arbeiten Sie mit einem vertrauenswürdigen Berater zusammen, um die Transitphase Ihrer Herde und die Gesundheit der Frischmelker zu analysieren.

Wenn Sie zu viele Krankheitsfälle bei den Frischmelkern haben, kostet dies weit mehr als Zeit, Arbeit und Geld für die Behandlung. Sie wirken sich auf die gesamte Reproduktionsleistung Ihrer Herde aus.

Erstellen Sie Strategien zum Management Ihrer Transitkühe und der Frischmelker, um eine bessere Reproduktionsleistung zu erzielen. Wenn die Gesundheit und das Wohlergehen der frischen Kühe im Vordergrund stehen, werden Sie mehr 4-EVENT KÜHE schaffen, die 1-ohne Probleme in die Laktation starten, 2-nur einmal besamt werden, 3-nach nur einer Besamung tragend bestätigt und 4-ohne andere Gesundheitsprobleme trocken gestellt werden.

Artikel von Ben Voelz, US Alta Premier Account Manager

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Die Karriere einer Kuh mal anders gedacht…

Die Grundlage für die Karriere einer Kuh beginnt immer mit einer Trächtigkeit. Von dieser hat sie im besten Fall mehrere und ist somit über Laktationen und Jahre hinweg eine Hochleistungssportlerin. Doch wie endet eine solche Karriere?

In der Regel endet die Karriere einer Kuh mit einem sofortigen Abgang. Meist bedingt durch Krankheitsprobleme, die Kondition und Wohlbefinden der Kuh verschlechtern. Aber es geht auch anders – durch eine gezielte ZU-Strategie!

Als Herdenziel wird viel über Lebensleistung und -effizienz diskutiert. Doch resultieren diese nicht vielmehr aus dem Ergebnis, wie die Kuh täglich betreut und ihre Karriere vorausschauend geplant wird? Die Kuh muss alle Entscheidungen, die wir treffen, tragen. Umso wichtiger ist es, diese mit Bedacht und einer fundierten Begründung zu treffen. Und zwar auch die über den Abgang einer Kuh.

In diesem Artikel widmen wir uns dem Thema, wann und wie wir die Karriere einer Kuh mit dem Status Zuchtuntauglich (ZU) beenden können. Unter anderem wollen wir auf die Fragen eingehen: Wie hoch kann der Anteil an ZU Kühen sein, zu welchem Zeitpunkt sollte eine Entscheidung fallen und welche Konsequenzen ergeben sich aus einer vorausschauenden Planung?

Um gleich ein Missverständnis vorweg zu klären: Der Status ZU bedeutet nicht automatisch, dass die Kuh sofort zum Schlachten geht! Genauso wenig bedeuten viele ZU Kühe automatisch eine hohe Remontierungsrate. Viel mehr ist es der Einfluss, wann die ZU-Entscheidung getroffen wird. Noch immer gilt die weit verbreitet Meinung, der Anteil der ZU-Tiere in der Herde müsse möglichst gering sein. Doch jeder Betrieb hat ZU Kühe – und zwar übers Jahr betrachtet in Höhe seiner Remontierungsrate. Der aktuelle Anteil gibt immer nur einen Hinweis darauf, ob die Entscheidung durch den Menschen (früh) oder durch die Kuh (erst bei der Schlachtung) getroffen wird.

Ziel für den Zeitpunkt sollte sein, etwa 50% aller ZU-Entscheidungen vor der ersten Besamung und >60% bis zum 100. Laktationstag zu treffen. In der Auswertung sehen Sie den Zeitpunkt der ZU-Entscheidungen nach Laktationstagen. Dieser 900-Kuhbetrieb trifft bei 52% der ZU-Tiere die Entscheidung vor dem 45. Laktationstag und damit vor Ablauf der freiwilligen Wartezeit. 66% der ZU-Entscheidungen werden vor dem 100. Laktationstag getroffen.

Die Kriterien für die ZU-Entscheidung können vielfältig sein und sollten betriebsindividuell angepasst werden. Zum einen kann die vorhergehende Laktation Probleme während oder nach der Abkalbung mit sich gebracht haben oder schlicht die niedrige Leistung in den ersten vier Wochen ist Kriterium für die ZU-Entscheidung. Die verbleibenden 40 % der Entscheidungen bleiben somit für Kühe, die während der Laktation weitere ZU-Kriterien erfüllen. Dazu zählen z.B. häufige Mastitis, hohe Zellzahlen oder schlechte Fruchtbarkeit.

Ausgehend davon, dass durchschnittlich 50 % der Herde tragend sein sollen und wir keine tragende Kuh auf den Status ZU setzen können, ergibt sich ein Orientierungswert für den Anteil, der in etwa 50% der Remontierungsrate ausmacht. Liegt diese beispielsweise bei 34 %, wäre ein aktueller ZU Anteil von 17 % ein grobes Ziel.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus einer gezielten ZU-Strategie? Einfach gesagt, bedeutet der Status ZU, ich möchte nicht, dass diese Kuh eine weitere Laktation macht, sie soll die aktuelle nur gut und gesund zu Ende bringen.

Zum einen, um Risiken für das Tier und somit Verluste für den Betrieb zu vermeiden. Zum anderen zeigen Auswertungen, dass die Altkuherlöse durch ein striktes ZU-Management stark positiv beeinflusst werden. Nicht selten können ZU-Tiere noch 1, 2, oder sogar 3 Jahre melken bis sie unprofitabel werden. Wir entscheiden uns also dafür, nur die Kühe zu besamen und damit eine Chance auf eine Trächtigkeit zu geben, denen wir es auch zutrauen. Der Arbeitsaufwand und Kosten für Besamungen (Sperma, Hormone) werden reduziert. Außerdem kommen nur Tiere zur Abkalbung, die im Anschluss gut in die Laktation starten können. Transitprobleme und die damit verbundenen Abgänge vor dem 60. Laktationstag reduzieren sich.

Ein weitaus wichtigerer Punkt ist der negative Einfluss von frühen Abgänge auf die Altkuherlöse. Auf unseren über 170 Benchmarkbetrieben mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 650 Kühen liegt der ZU-Anteil im Schnitt bei 5%, maximal bei 15%. Auswertungen unserer betriebswirtschaftlichen Beratung haben ergeben, dass es eine hohe Korrelation zwischen dem ZU-Management und den Schlachterlösen gibt. Die Differenz zwischen den schlechtesten und besten Betrieben liegt bei bis zu 500 € (netto) pro Altkuh. Zu beachten ist hierbei, dass die Altkuherlöse den Durchschnittswert auf den Betrieben darstellen und keine Einzeltierbetrachtung sind!

Für unseren Beispielbetrieb mit 900 Kühen würde eine Verbesserung vom Durchschnitt zum Maximum (350€) bei einer Remontierung von 34% einen Gewinnunterschied von über 100.000€ im Jahr bedeuten:

MinimumDurchschnittMaximum
Altkuherlöse400€550€900€
Erlös Beispielbetrieb (900 Kühe, 34% Remontierung)122.400€168.300€275.400€
Differenz zum Durchschnitt für Beispielbetrieb- 45.900€-+ 107.100€

Neben den betriebswirtschaftlichen Gründen, gibt es auch den Aspekt aus Sicht der Tiere und Gesellschaft zu handeln. Eine Kuh sollte nur in Ausnahmefällen tragend zum Schlachter gehen. Selbst eine Kuh im frühen Trächtigkeitsstadium oder gerade besamt, die geschlachtet wird, ist ein Hinweis darauf, dass ihre Karriere nicht vorrausschauend geplant worden ist. Als Orientierung sollten mehr als 90 % aller Tiere, die zum Schlachter gehen den ZU Status seit mehreren Wochen oder Monaten haben.

Ein gezieltes ZU-Management bringt neben den monetären Vorteilen durch höhere Schlachtkuherlöse auch ein verbessertes Tierwohl. Denn die Tiere, deren physiologische Leistungsbereitschaft nicht ausreicht, wird keine weitere Kalbung und Laktation zugemutet. Sie können ihre gesamte Energie in die aktuelle Laktation stecken und gesund bei guter Kondition bis zum Abgang in der Herde bleiben.

Sie wollen das ZU-Management auf Ihrem Betrieb anpassen? Dann sprechen Sie gerne Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter an!

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Die richtige Genetik für mehr 4-EVENT Kühe

Eine der besten Möglichkeiten, mehr Alta 4-EVENT Kühe für Ihre zukünftige Herde zu schaffen, ist den Fokus Ihres genetischen Plans auf Gesundheitsmerkmale wie die Nutzungsdauer (Productive Life (PL)) zu richten.

Wenn Sie in Ihrem individuellen genetischen Plan und Ihrer Strategie ausreichend Gewicht auf PL legen, bedeutet das nicht nur, dass Sie dadurch ältere Kühe schaffen. PL sagt voraus, welche Kühe am widerstandsfähigsten, gesündesten und mit den wenigsten Problemen sind.

Was hat der genetische Plan mit unserer Alta 4-EVENT COW 2582 zu tun?

Erinnern Sie sich noch an Kuh 2582? Sie ist eine zweitlaktierende Kuh, lebt auf einem Betrieb mit 800 Kühen und ist eine Alta 4-EVENT COW.

Wir wissen, dass ihr Vater der Bulle 11HO11531 AltaSABRE ist. Im April 2020 lag der Zuchtwert für Nutzungsdauer von AltaSABRE bei +5.2. Das bedeutet, dass die Kuh 2582 voraussichtlich 5,2 Monate länger in der Herde produktiv sein wird, als Kühe, deren Väter einen Zuchtwert von 0.0 in PL haben.

Der tatsächliche Wert der Nutzungsdauer wird erst ermittelt, nachdem eine Kuh die Herde verlassen hat. Wir können uns aber anhand anderer eingetragenen Gesundheitsereignisse im Herdenmanagementprogramm anschauen, ob Bullen mit einem hohen Wert für Nutzungsdauer gesündere und problemfreiere Kühe hervorbringen.

Die Grafik unten zeigt die Ereignisse der Herde, in der die Kuh 2582 lebt. Sie umfasst alle Tiere mit bekannten Holstein-Bullen als Väter. Basierend auf dem durchschnittlichen Pedigree-Zuchtwert jedes Tieres für Nutzungsdauer zeigt die Auswertung die tatsächlichen Unterschiede in den verschiedenen Gesundheitsereignissen.

Die Zahlen in der Grafik stammen aus DairyComp, dem Herdenmanagementprogramm auf dem Betrieb und beruhen damit auf realen Zahlen. Durch die Betrachtung von nur einem Betrieb wird sichergestellt, dass die Umweltbedingungen, wie z.B. das Management für alle Kühe gleich sind.

Vergleichen wir die Ergebnisse der Grafik mit der Kuh 2582. Wir wissen, dass sie eine Alta 4-EVENT COW ist und somit keine Krankheitsereignisse in ihrer Kuhkarte stehen hat. Ihr Vater, AltaSABRE vererbt eine Nutzungsdauer von +5.2 und liegt damit sogar höher, als der Durchschnitt der Bullengruppe mit einer hohen Nutzungsdauer im Beispiel. Es wird also deutlich, dass die genetische Veranlagung für weniger gesundheitliche Probleme der Kuh 2582 zur Alta 4-EVENT COW verhilft.

Passen Sie Ihren genetischen Plan an, um mehr Alta 4-EVENT Kühe zu schaffen.

Stellen Sie sich vor, wie viel leichter Ihr Alltag wäre, wenn Sie keine Problemtiere mit Mastitiden oder Metritiden hätten und keine Tiere behandeln müssten. Eine Herde nur mit Kühen, wie die 2582, benötigt keine teuren Behandlungen und es gibt keine Milchverluste aufgrund gesundheitlicher Probleme.

Jede Kuh, die nur die folgenden vier Ereignisse innerhalb einer Laktation durchlaufen hat, spart Ihnen Zeit, Geld und Nerven:

  1. FRISCH – mit einem gesunden Kalb und ohne Stoffwechselkrankheiten
  2. BESAMT – einmal besamt
  3. TRAGEND – Trächtigkeit bestätigt und ohne Abort
  4. TROCKEN – ohne gesundheitliche Probleme trockengestellt

 

Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Alta Berater einen genetischen Plan für Ihre Herde und selektieren Sie auf Nutzungsdauer. So schaffen Sie mehr 4-EVENT Kühe, wie die 2582, für die Remontierung Ihrer Herde.

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Herausforderung Remontierung – eine gezieltere Entscheidung treffen!

Die wahren Kosten einer abgekalbten Färse übersteigen schnell 2000 € und doch ist eine niedrige Remontierungsrate weder aus ökonomischer, noch aus Sicht der Tiere sinnvoll. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, aber auch danach, ist eine gezielte Remontierungsstrategie von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

QUICK READ:

  • Remontierung kostet nur Geld, wenn die falsche Entscheidung getroffen wird.
  • Als Grundlage für eine Entscheidung muss eine Vergleichbarkeit aller Tiere einer Herde trotz unterschiedlichen Alters, Fruchtbarkeits- und Laktationsstatus geschaffen werden.
  • COW VALUE vergleicht die Profitabilität einer neuen Färse mit der einer Kuh in Ihrer Herde.

Wir starten unsere Artikelreihe heute mit der „einfachen“ Beurteilung, welches das unprofitabelste Tier Ihrer Herde ist. Allerdings ist es gar nicht so leicht, zu entscheiden, welches die wichtigsten Faktoren für eine solche Beurteilung sind. Zudem muss eine Vergleichbarkeit der Tiere trotz verschiedener Laktationen, Fruchtbarkeitsstatus und Laktationsstand geschaffen werden.

Die Kennzahl COW VALUE bietet eine solche objektive Beurteilung des ökonomischen Werts für jede Kuh Ihrer Herde. Steve Eicker, Entwickler von DairyComp, hat die Berechnung der Kennzahl über mehrere Jahre zusammen mit seinen Kollegen programmiert und sie ist bereits seit über 20 Jahren fester Bestandteil von DairyComp.

Einfach gesagt, drückt der COW VALUE den Wert einer Kuh im Vergleich zu dem Ersatz durch eine neue Färse aus. Dies schafft eine objektive Bewertung für die Remontierungsentscheidung.

Für die Berechnung des Werts werden folgende Einflussfaktoren berücksichtigt:

  • Alter der Kuh
  • Reproduktionsstatus (offen oder tragend)
  • Fruchtbarkeitsleistung (Pregrate)
  • Laktationsstand
  • Leistung
  • Milchpreis
  • Altkuherlös
  • Kosten für neue Färsen (Aufzuchtkosten oder Zukauf)
  • Futterkosten
  • Zinssatz

 

Beim COW VALUE wird angenommen, dass alle Stallplätze belegt sind, kein Wachstum stattfinden soll und eine neue Färse in den Startlöchern steht. Die Werte zur Berechnung sind genau auf Ihren Betrieb angepasst – zum einen direkt aus den aktuellen DairyComp Daten für die jeweilige Kuh und zum anderen betriebsindividuell eingestellt (Milchpreis, Futterkosten, Kosten für neue Färse, etc.). Hierbei werden die betriebseigenen Ergebnissen für die Zukunft hochgerechnet und auf den heutigen Wert abgezinst.

Die Berechnung zeigt an, ob eine neue Färse profitabler als die schlechteste Kuh ist. Somit erhalten wir eine direkte Vergleichbarkeit aller Tiere mit der neuen Färse. Es entsteht sozusagen ein Ranking – Tiere mit den Werten unter 0 sind unwirtschaftlicher als eine neue Färse und die schlechtesten sollten remontiert werden.

In dem folgenden Beispiel können wir die unterschiedliche Bewertung der Kühe erkennen:

Allgemein betrachtet, sind natürlich die jüngsten Tiere Ihrer Herde die wirtschaftlicheren und genetisch Besten. Dennoch kann, wie hier im Beispiel eine Erstlaktierende wie die Kuh 1833 durch Erkrankung, geringe Milch- oder Fruchtbarkeitsleistung weniger profitabel für Ihren Betrieb sein, als bspw. Kuh 4595 in Laktation 5.

Die Rangierung kann Ihnen neben der Remontierungsentscheidung auch dabei helfen, ob ein Tier noch besamt werden sollte oder nicht. Auch wenn i.d.R. eine Trächtigkeit etwas Positives ist, gibt es Situationen bei denen der Wert eines Tieres fällt, wenn sie tragend wird. Denn wenn die Kuh tragend ist, darf sie nicht mehr geschlachtet werden. Somit müsste ein unprofitables Tier im Bestand bleiben und die produzierte Trächtigkeit würde einen Verlust verursachen, da die Remontierungsentscheidung nicht umgesetzt werden kann.

Daher sollte die Remontierung gezielt erfolgen und auf einer fundierten Entscheidungsgrundlage basieren. Die Konsequenzen hieraus betreffen immer das Tier und somit natürlich auch die Wirtschaftlichkeit Ihres Betriebes.

COW VALUE übernimmt diese Entscheidung zwar nicht, aber unterstützt Sie durch die komplexe Berechnung dabei, eine objektive Entscheidung treffen zu können. In dem weltweit führenden Herdenmanagementprogramm DairyComp ist die Nutzung des COW VALUE automatisch integriert.

Wenn auch Sie den COW VALUE für Ihren Betrieb nutzen wollen, sprechen Sie uns einfach an! Für mehr Informationen zu DairyComp, klicken Sie hier >>

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Was macht die Pregrate so besonders?

Die Pregrate ist die zuverlässigste und aktuellste Kennzahl zur Beurteilung der Fruchtbarkeit auf Ihrem Betrieb. Steve Eicker, Entwickler von DairyComp, hat sie bereits vor über 30 Jahren entwickelt. Sein Ziel war die Bewertung der aktuellen Fruchtbarkeit unter Berücksichtigung aller wichtigen Faktoren in einer Kennzahl.

Quick Read

  • Die PregRate zeigt die aktuelle und tatsächliche Fruchtbarkeitsleistung auf Ihrem Betrieb!
  • Die Zwischenkalbezeit liegt min. 9 Monate zurück – somit erhalten wir im Frühjahr die Fruchtbarkeitsleistung aus dem vergangenen Sommer.
  • Der Besamungsindex macht keine Aussage über den Besamungszeitpunkt (50 oder 150 Tage in Milch) und vernachlässigt Tiere ohne Besamung.

Die Pregrate repräsentiert den Anteil von den besamungsfähigen Tieren, die in einem Brunstzyklus von 21 Tagen tatsächlich tragend geworden sind. Es werden alle besamungsfähigen Tiere oberhalb der freiwilligen Wartezeit und alle Besamungen sowie Trächtigkeiten bis zum aktuellen Datum berücksichtigt. Wir empfehlen als Richtwert eine Pregrate von über 24%. Im Durchschnitt liegt die Pregrate in Deutschland allerdings bei 16% und ein Deckbulle erreicht gerade einmal eine Pregrate von ca. 13%.

Warum funktioniert die Fruchtbarkeitsbewertung mit den geläufigen Kennzahlen nicht so gut?

Zwischenkalbezeit

Die Zwischenkalbezeit (ZKZ) ist sicher die bekannteste deutsche Kennzahl zur Beurteilung der Fruchtbarkeit. Hierbei wird der Zeitraum definiert, der zwischen zwei Kalbungen liegt. Es werden also Güstzeit (auch Zwischentragezeit genannt) und Tragezeit addiert. Es gibt allerdings ein paar Knackpunkte, die unbedingt beachtet werden sollten!

Zunächst liegt die Bewertung in der Vergangenheit. Da der Zeitraum zwischen zwei Kalbungen betrachtet wird, müssen alle Tiere, deren Daten in die Bewertung einfließen, bereits zweimal gekalbt haben. Dadurch kann die Zwischenkalbezeit nur die Fruchtbarkeit von vor über 9 Monaten beurteilen und somit keine Aussage über die aktuelle Fruchtbarkeitssituation geben. In der Zwischenzeit kann sich aber einiges auf Ihrem Betrieb verändert haben. Außerdem fließen in die Bewertung keine ZU Tiere (da keine Kalbung mehr erfolgt) und Erstlaktierenden (da nur eine Kalbung vorliegt) mit ein, die einen wesentlichen Anteil Ihrer Herde ausmachen können.

Bei der Verwendung der voraussichtlichen ZKZ (vZKZ) fließen die Erstlaktierenden zwar in die Bewertung mit ein, allerdings werden auch hier nur Tiere bewertet, die tragend geworden sind. Kühe, die nicht tragend werden und/oder abgehen, werden nicht berücksichtigt. Somit wird die tatsächliche Fruchtbarkeitsleistung nicht dargestellt. Darüber hinaus sollte auch bedacht werden, dass Unterschiede in der Tragezeit, bspw. aufgrund von Fleischbulleneinsatz (bis zu +10 Tagen) oder Zwillingsgeburten (bis zu -10 Tagen) das Ergebnis zusätzlich verfälschen können.

Besamungsindex

Der Besamungsindex beinhaltet die Anzahl an Besamungen, die für eine Trächtigkeit benötigt werden. Auch hierbei muss bedacht werden, dass nicht alle Einflussfaktoren in die Bewertungen mit einfließen und das Ergebnis somit verfälscht wird!

Es werden zum einen nur die Kühe betrachtet, bei denen eine Diagnose zur Trächtigkeit (tragend oder nicht tragend) vorliegt. Wenn ein Tier allerdings jeden Zyklus wieder in Brunst kommt und eine Besamung erfolgt, zählen diese nicht mit in die Bewertung ein, solange keine TU erfolgt. Wenn Tiere ohne Diagnose ZU gemacht werden oder abgehen, werden die Besamungen nicht mit einberechnet. Außerdem werden die verpassten Besamungen/Brunstzyklen völlig außen vor gelassen. Es wird also nicht bewertet, ob und wann eine Trächtigkeit erfolgt, sondern nur mit wie viel Aufwand. Dadurch wird das Ergebnis der Fruchtbarkeitsbewertung stark verfälscht!

 

Wie kann die Fruchtbarkeitsleistung also möglichst aktuell und genau bewertet werden?

Die Pregrate berücksichtigt alle wichtigen Faktoren und spiegelt damit die aktuelle Fruchtbarkeitssituation auf Ihrem Betrieb wider. In die Berechnung der Pregrate fließt zum einen die Brunstnutzung, die den Anteil der genutzten Brunsten von den möglichen Brunsten innerhalb von 21 Tagen bemisst, mit ein. Zum anderen wird die Konzeptionsrate, die den Anteil der erfolgreichen Besamungen wiedergibt, berücksichtigt. Somit fallen keine Tiere oder Besamungen aus der Bewertung.

Anhand eines Beispiels wollen wir dies verdeutlichen:

Zur Vereinfachung betrachten wir nur drei Kühe auf einem Beispielbetrieb mit einer freiwilligen Wartezeit von 50 Tagen. Kuh A wurde am 80. Laktationstag besamt und als tragend untersucht. Kuh B wurde am 100. Laktationstag zum 2. Mal besamt und daraufhin als tragend untersucht. Kuh C befindet sich bereits im 6. Brunstzyklus, wurde dreimal besamt und noch nicht als trächtig untersucht.

Zyklus123456
Tage in Milch50 - 7171 - 9292 - 113113 - 134134 - 155155 - 176
KUH ATU+ Tag 80
KUH BTU+ Tag 100
KUH CBesamt

Wir haben also aus 6 erkannten Brunsten (Besamungen) in 10 möglichen Brunstzyklen (Summe aus Kuh A (2), Kuh B (3) und Kuh C (5)) 2 bestätigte Trächtigkeiten erreicht.

Wenn wir von einer Tragezeit von 280 Tagen ausgehen, liegt die voraussichtliche Zwischenkalbezeit (die wir betrachten, da wir eine aktuelle Bewertung wünschen) für Kuh A bei 360 Tagen und für Kuh B bei 380 Tagen. Somit haben wir eine durchschnittliche vZKZ von 370 Tagen.

Der Besamungsindex liegt bei 1,5, denn es wurden insgesamt drei Besamungen bei Kuh A und Kuh B benötigt, um zwei Trächtigkeiten zu erzielen.

Bei beiden Kennzahlen werden also die Besamungen von Kuh C nicht berücksichtigt. Sollte diese Kuh nun ZU gemacht werden und/oder abgehen, würden die Besamungen nie in die Fruchtbarkeitsbewertung mit einfließen.

Die Pregrate hingegen berücksichtigt alle 10 Brunstzyklen der drei Kühe, die zu einer Trächtigkeit hätten führen können und somit neben den 6 Besamungen, auch die 4 nicht genutzten Brunsten. Da wir 2 Trächtigkeiten aus 10 Möglichkeiten erreicht haben, liegt die Pregrate bei 20%.

Was passiert, wenn Kuh C von der 3. Besamung am 160. Laktationstag nun tragend wird?

Zyklus123456
Tage in Milch50 - 7171 - 9292 - 113113 - 134134 - 155155 - 176
KUH ATU+ Tag 80
KUH BTU+ Tag 100
KUH CTU+ Tag 160

Die voraussichtliche Zwischenkalbezeit für Kuh C würde demnach bei 440 Tagen liegen. Der Schnitt würde sich also um 23 Tage auf 393 Tage verschlechtern.

Der Besamungsindex würde sich um 0,5 auf 2,0 verschlechtern, da wir 6 Besamungen für 3 Trächtigkeiten benötigt haben.

Die Pregrate verbessert sich hingegen um 7% auf 27%, da wir drei Trächtigkeiten in 11 abgeschlossenen Brunstzyklen erreicht haben.

Im Gegensatz zur ZKZ und BI, hat also eine Trächtigkeit einen positiven Einfluss auf die Pregrate. Das ist vor allem wichtig, da das vorrangige Ziel einer Fruchtbarkeitsbewertung die Trächtigkeit an sich ist. Der Fokus bei der Bewertung sollte immer auf der Anzahl und dem Zeitpunkt der Trächtigkeiten liegen. Der Aufwand dafür spielt eine untergeordnete Rolle. Denn der Wert einer Trächtigkeit liegt bei etwa 350 € – 400 €.

Die Pregrate bildet somit schon seit über 30 Jahren die verlässlichste Bewertung der Fruchtbarkeit. Sie ist aktuell, genau und bezieht alle wichtigen Einflüsse auf die Reproduktionsleistung mit ein.

Wenn auch Sie die Reproduktionsleistung auf Ihrem Betrieb anhand der Pregrate bewerten wollen, sprechen Sie uns gerne an. Durch unsere langjährige Erfahrung mit der Pregrate können Sie auf unser Team vertrauen!

 

Auch unsere Kollegen vom DairyComp Support-Team haben sich mit Fruchtbarkeitsauswertungen befasst. Im Video wird die Pregrate nochmal grafisch erklärt und Sie erfahren, wo Sie die Kennzahl im Herdenmanagementprogramm für Ihren Betrieb auswerten können.

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Mit hoher Bullenfruchtbarkeit zu mehr Alta 4-EVENT Kühen

Erinnern Sie sich an die Kuh 2582? Bei Alta bezeichnen wir Kühe wie sie als Alta 4-EVENT COW. Das bedeutet, dass auf ihrer individuellen Kuhkarte im Herdenmanagementprogramm nur vier Ereignisse für die aktuelle Laktation eingetragen sind:

1. FRISCH – mit einem gesunden Kalb und ohne Stoffwechselkrankheiten

2. BESAMT – einmal besamt

3. TRAGEND – Trächtigkeit bestätigt und ohne Abort

4. TROCKEN – ohne gesundheitliche Probleme trockengestellt

Wie kann CONCEPT PLUS zu mehr Alta 4-EVENT Kühen beitragen?

Die oben aufgelisteten Ereignisse BESAMT und TRAGEND beruhen auf mehreren Faktoren aus Genetik und Reproduktion. Eine sichere Methode für mehr Kühe, die gleich nach der ersten Besamung tragend werden, ist der Einsatz unserer CONCEPT PLUS Bullen. Aufgrund ihrer überdurchschnittlich guten Fruchtbarkeit sind sie sehr begehrt.

Alta CONCEPT PLUS stellt das genauste Modell zur Beurteilung der Bullenfruchtbarkeit dar und steht exklusiv Alta zur Verfügung.

Alta CONCEPT PLUS ist der sicherste Weg, um die individuelle Fruchtbarkeit jedes Alta Bullen zu kennen. In die Bewertung der Bullenfruchtbarkeit fließen die Ergebnisse realer Trächtigkeitsuntersuchungen ein. Außerdem werden alle Faktoren berücksichtigt, die Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Bullen haben können. Da die Daten von großen und progressiven Milchviehbetrieben stammen und die Umweltfaktoren vermindern, können Sie auf die Alta CONCEPT PLUS Bullen vertrauen und so mehr Trächtigkeiten für Ihren Betrieb erzielen.

Weniger Aufwand für mehr Trächtigkeiten!

Wenn Sie auf Ihrem Betrieb konventionelles Sperma einsetzen, können die Alta CONCEPT PLUS Bullen Ihre Fruchtbarkeit maßgeblich verbessern. Die CONCEPT PLUS Bullen bringen Ihnen eine 2% – 5% höhere Konzeptionsrate gegenüber den durchschnittlichen Bullen.

Wenn der Einsatz von gesextem Sperma Teil Ihrer Zuchtstrategie ist, dann sollten Sie auf unsere 511 CONCEPT PLUS Bullen setzen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen gesexten Bullen bringen sie Ihnen eine 4%-9% höhere Konzeptionsrate.

Bullenfruchtbarkeit = Profit

Die Kuh 2582 ist nicht nur eine Alta 4-EVENT COW, sie ist auch eine profitable Kuh. Bei nur einer Besamung für eine Trächtigkeit, spart Ihnen die Zuchtstrategie Zeit und Geld und schafft Zufriedenheit.
Der Einsatz von Alta CONCEPT PLUS Bullen verbessert Ihre Chancen, Trächtigkeiten mit nur einer Besamung zu erzielen und zwar bei allen Kühen. Mit diesen Bullen rentiert sich Ihre genetische Investition, durch mehr Trächtigkeiten – egal ob Sie konventionelles oder gesextes Sperma für Ihr Zuchtprogramm einsetzen.

Mit unseren CONCEPT PLUS und gesexten 511 CONCEPT PLUS Bullen erreichen Sie mehr Alta 4-EVENT Kühe in Ihrer Herde – Kühe wie die 2582.

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Die Alta 4-EVENT COW

Das ist Kuh 2582.

Sie bekommt täglich eine ausgewogene Ration und wenn sie nicht gerade frisst, verbringt sie ihre Zeit in den komfortablen Liegeboxen. Die 2582 ist gerade in der zweiten Laktation. Bei Alta bezeichnen wir diese Kuh als Alta 4-EVENT COW.

 

Was ist eine Alta 4-EVENT COW?

Wenn Sie sich die Kuhkarte einer 4-EVENT COW in DairyComp oder einem anderen Herdenmanagementprogramm anschauen, befinden sich auf der Kuhkarte nur vier Ereignisse in der aktuellen Laktation:

 

  1. FRISCH
  2. BESAMT
  3. TRAGEND
  4. TROCKEN

Im Fall unserer Kuh 2582 bedeutet das, dass die Kalbung ohne Probleme verlief und das Kalb gesund auf die Welt kam. Sie hatte weder Milchfieber, noch eine Ketose und auch kein Nachgeburtsverhalten. Da sie auch keine anderen Gesundheitsprobleme hatte, fielen für sie keine Behandlungskosten an.

Nach der vom Betrieb festgelegten freiwilligen Wartezeit von 50 Tagen wird sie besamt. Es wird das Ereignis BESAMT in der Kuhkarte notiert. Kurze Zeit später wird sie als tragend untersucht. Die Kuh hatte also weder einen Abort noch traten andere Fruchtbarkeitsprobleme auf. Sie brauchte nur eine Spermaportion bzw. nur eine Besamung, um tragend zu werden. In der Kuhkarte der 2582 wird jetzt das Ereignis TRAGEND eingetragen.

Das letzte Ereignis in der Kuhkarte der 2582 ist das Ereignis TROCKEN. Das bedeutet, dass es keine Probleme gab und sie die Laktation als gesunde Kuh durchlaufen ist. Sie hat also einen super Job gemacht und kann sich im Trockenstand jetzt auf ihre nächste Laktation vorbereiten!

Aber was fehlt?

Sie werden sich jetzt fragen, was auf der Kuhkarte der 2582 fehlt. Natürlich ereignen sich auch in der Laktation dieser Kuh Ereignisse, wie zum Beispiel Gruppenwechsel, Klauenschnitte oder Impfungen.

Was auf der Kuhkarte der 2582 aber wirklich fehlt, sind Rückschläge. Also Ereignisse, die teuer sind, Zeit rauben und die Profitabilität der Herde vermindern. Eine 4-EVENT COW wie die 2582 hatte keine Mastitis. Sie hatte keine Klauenprobleme und auch keinen frühzeitigen Abort. Sie konnte jeder Krankheit oder Infektion ausweichen und hat dem Betriebsleiter somit eine Menge Stress erspart.

Wir brauchen mehr Kühe wie die 2582

Die Kuh 2582 ist nicht nur eine 4-EVENT COW. Sie ist vor allem eine profitable Kuh. Man muss nicht nur die Zeit und das Geld einrechnen, das man mit solchen Kühen einspart, sondern vor allem auch die Nerven, die eine kranke Kuh kostet. Eine Herde, mit vielen Kühen wie die 2582, haben weder hohe Behandlungskosten noch Milchverluste aufgrund von gesundheitlichen Problemen.

Wir helfen Ihnen, mehr 4-EVENT Kühe zu schaffen – sprechen Sie einfach Ihren zuständigen Alta Mitarbeiter an!

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Was steckt in einer gesunden Kuh?

Denken Sie an die gesündesten Kühe Ihrer Herde. Was macht sie zu den gesündesten? Ist es ihr höheres Alter? Ist es die Tatsache, dass sie noch nie eine Mastitis hatten? Oder ist, weil sie den Frischabkalberbereich schnell verlassen, weil sie keine Probleme mit Milchfieber, Metritis, Nachgeburtsverhalten, Labmagenverlagerung oder Ketose hatten?

Wir sind uns sicher, dass Ihre gesündesten Kühe diejenigen sind, die Sie nicht einmal bemerken. Sie haben sie nicht auf dem Schirm, weil sie einfach ihrer Aufgabe nachgehen: Sie produzieren hochwertige Milch ohne dabei Probleme für Sie oder Ihr Team zu bereiten.

Wir nennen diese unbemerkten Kühe die 4-Event Kühe. Wenn Sie sich eine Kuhkarte in Ihrem Herdenmanagementprogramm anschauen, dann erkenn Sie eine 4-Event Kuh sofort am Mangel an Ereignissen. Während der gesamten Laktation erscheinen bei diesen Kühen nur 4 Ereignisse: 1. Frisch, 2. Besamt, 3. Trächtig und 4. Trockengestellt.

Wenn das die einzigen vier Ereignisse in der Laktation sind, dann sind die Chancen hoch, dass es sich um eine gesunde und profitable Kuh handelt.

Eine gesunde Kuh ist das Resultat aus mehreren Faktoren: eine ausgewogene Futterration, eine gute Transitphase und Frischabkalbermanagement, das richtige Melkverfahren, hoher Kuhkomfort – und die richtige Genetik!

Auch wenn die Genetik nur einen begrenzten Anteil einer gesunden Kuh ausmacht, so ist sie doch ein messbarer und wahrer Faktor.

Gesunde Genetik?

Im April 2018 veröffentlichte der Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB) eine Reihe neuer Gesundheitsmerkmale. Diese Merkmale basieren auf der Datenbank tatsächlich dokumentierter Fälle von häufigen und kostspieligen Gesundheitsproblemen beim Milchvieh. Diese sechs neuen Merkmale geben die Resistenz der Tiere gegen die jeweiligen Gesundheits- und Stoffwechselproblemen an und sollen Milchproduzenten dabei unterstützen gesündere Kühen für die nächste Generation zu züchten.

Dazu gehören Mastitis (MAST), Ketose (KETO), Nachgeburtsverhalten (RETP), Metritis (METR), Labmagenverlagerung (DA) und Milchfieber (MFEV).

Die Nutzung der neuen Gesundheitsmerkmale bietet Ihnen in Ihrem genetischen Plan eine große Chance gesündere Kühe zu züchten. Die meisten der neuen Merkmale korrelieren mit PL (Productive Life – Nutzungsdauer). Wenn Sie es sich also einfach machen wollen, können Sie für gesündere Kühe in Ihrer Herde auch auf Productive Life selektieren.

Gesündere Genetik, schlicht und einfach

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sagt uns der Zuchtwert des Merkmals PL (Nutzungsdauer), wie viele Monate mehr oder weniger die Kuh im Vergleich zum Durchschnitt in der Herde bleibt. Während die meisten Kühe wegen geringer Milchproduktion oder schlechter Fruchtbarkeit den Betrieb verlassen, gehen diese Probleme meist auf spezifische Gesundheitsprobleme im Leben einer Kuh zurück.

Die Selektion auf PL oder eines der anderen Gesundheitsmerkmalen in Ihrem genetischen Plan kann Ihnen helfen, spezifische Gesundheitsprobleme in Ihrer Herde anzugehen.

Dieses Wissen haben wir aus DairyComp – Analysen gewonnen, die wir in vielen großen, progressiven Herden durchgeführt haben. Im folgenden Beispiel analysieren wir einen gut gemanagten Milchviehbetrieb mit 2400 Kühen, auf dem Gesundheitsmerkmale genau erfasst werden. Wir haben die Tiere, deren Väter die höchsten durchschnittlichen PL- Wert aufweisen, mit den Tieren, deren Väter mit den niedrigsten durchschnittlichen PL- Werten verglichen.

Keine der Tiere werden bevorzugt behandelt –alle werden mit dem gleichen gut geführtem Management betreut. Da es keine weiteren Unterschiede außer den PL-Werten ihrer Väter gibt, die diese Tiere voneinander unterscheiden, haben wir verglichen, wie viele Gesundheitsereignisse jede Gruppe hatte. Im Speziellen haben wir uns Fälle von Mastitis, Ketose, Nachgeburtsverhalten, Metritis, Labmagenverlagerung und Milchfieber angeschaut und analysiert.

Wie erwartet zeigt Tabelle 1, dass die Kühe mit den höchsten PL-Werten bei jedem Gesundheitsereignis deutlich weniger Fälle aufweisen.

Tabelle 1# der KüheØ PL der VäterMastitisKetoseNachgeburtsverhaltenMetritisLabmagen
Kühe niedrige PL6071.325822323329
Kühe hohe PL6006.279316167
Unterschied4.917919161722

Die Wirtschaftlichkeit einer gesunden Genetik

Wir wissen, dass diese Gesundheitsereignisse mit Kosten verbunden sind und der CDCB hat diese berechnet. Die Kosten werden ohne Berücksichtigung von Produktionsausfällen oder schlechter Fruchtbarkeit berechnet. Es werden also nur die direkten Kosten gemessen, die mit jedem Ereignis verbunden sind.

Nehmen wir diese Kosten und wenden sie auf unsere Herde im Beispiel an. Dafür haben wir die Kosten pro Gesundheitsereignis mit der Differenz der Anzahl der Ereignisse zwischen den Gruppen mit niedrigem und der Gruppe mit hohem PL- Wert multipliziert. Tabelle 2 zeigt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Nutzungsdauer für einen2100-Kuh Betrieb.

Tabelle 2MastitisKetoseNachgeburtsverhaltenMetritisLabmagenMilchfieber
CDCB-berechnete Kosten pro Gesundheitsereignis68€25€61€100€177€31€
Unterschied der Ereignisse der beiden PL-Gruppen1791916172212
Gesamtkosten für den Betrieb12.172€475€976€1.700€3.894€372€
= 19.589€

Dieser Betrieb spart insgesamt 21.691 Dollar alleine durch die Genetik Ihrer gesunden Kühe!

Sie möchten gesündere Kühe? Genetik hilft!

Wenn Sie Productive Life oder eines der sechs neuen Gesundheitsmerkmale in Ihren genetischen Plan aufnehmen, dann werden Sie eine nächste Generation von unbemerkten Kühen schaffen – diejenigen, die gut produzieren und gleichzeitig wenig gesundheitliche Probleme in ihrem Leben aufweisen.

Umwelteinflüsse, Kuhkomfort und das Management spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit Ihrer Herde. Aber wie Sie jetzt wissen, spielt auch die Genetik für die Gesundheit Ihrer Kühe und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Milchproduktion eine entscheidende Rolle.

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Aktualisierung von Haplotypen & genomischer Zuverlässigkeit

Basierend auf neuen Erkenntnissen des Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB) wird ab der Zuchtwertschätzung im Dezember 2018 ein neuer Haplotyp hinzugefügt und zwei andere entfernt. Alta Bull Search und Alta GPS werden entsprechend dieser neuen Informationen angepasst.

Ein neuer Haplotyp in Holsteins, HH6, wurde kürzlich in Frankreich identifiziert und ist derzeit bei etwa 0,5% der Tiere in der US-Holstein-Population zu finden. Es wird erwartet, dass die Paarung zweier HH6-Träger zu einem Rückgang der Konzeptionsrate von 7%-11% führt.
Weitere Forschungen zum JH2-Haplotyp bei Jerseys und zum BH1-Haplotyp bei Brown Swiss zeigten keine signifikanten Fruchtbarkeitsverluste bei Paarungen zwischen Trägern. Dies, gepaart mit der Tatsache, dass die Forscher keine ursächliche Mutation an diesen beiden Haplotypen finden konnten, bedeutet, dass sie nicht mehr gemeldet werden.

Fortschritte bei Gentests

Neben den neuen und eingestellten Haplotypen gewinnen auch die ausgewiesenen Haplotypen an Genauigkeit. PEAK Genetiker Doug Bjelland vergleicht die verbesserte Genauigkeit von Haplotypen mit der Lokalisierung eines Hauses auf einer Karte. Die bisherige Art, Haplotypen zu erkennen, zeigte uns im Wesentlichen, in welcher Straße sich ein Haus (Haplotyp) befindet. Aufgrund der Fortschritte bei Gentests für verursachende Mutationen zur Bestimmung von Haplotypen wissen wir nun genau, wo sich auf dieser Straße ein Haus befindet.

Verbesserte genomische Zuverlässigkeit

Die verbesserte genomische Genauigkeit geht auch über den Gentest hinaus. Inzwischen wird ein 80k SNP-Chip verwendet. Das bedeutet, dass fast 80.000 Marker auf dem Genom verwendet werden, gegenüber den bisherigen 60.000 Markern, die seit 2014 verwendet wurden.
Die zusätzlichen Marker, kombiniert mit einem neuen Referenzgenom, liefern genomische Vorhersagen mit einer Verbesserung der Zuverlässigkeit um 1% – 2%.

Was bedeutet das für Sie?

Wir möchten Sie über die neuesten genetischen Erkenntnisse auf dem Laufenden halten. Aktualisierungen der Haplotypen und der genomischen Genauigkeit sind ein Teil davon. Da die Haplotyp-Updates innerhalb des AltaGPS-Programms berücksichtigt werden, können Sie sicher sein, dass potenzielle Träger von zwei Bullen nicht miteinander verpaart werden. Das bedeutet, dass Sie vor möglichen Fruchtbarkeitsverlusten geschützt sind, die durch die Paarung zweier Träger eines bestimmten Haplotyps entstehen könnten.

Eine verbesserte genomische Genauigkeit sollte Ihnen noch mehr Sicherheit geben, dass genomische Zuchtwerte und Genetik weiterhin schneller voranschreiten. Es ist so wichtig wie nie zuvor, dass Sie die Genetik passend zu Ihrem individuellen genetischen Plan auswählen, damit der Fortschritt mit Ihrer aktuellen Situation und Ihren zukünftigen Zielen übereinstimmt.

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Der hohe Wert geringer Erblichkeiten

Tatsache ist, dass die Heritabilität von Merkmalen oft missverstanden wird. Einfach gesagt, bedeutet die Heritabilität, also die Erblichkeit, wie viel des Unterschieds in der tatsächlichen Leistung auf der Genetik basiert, anstatt auf dem Einfluss des Management oder der Umwelt.

Zum besseren Verständnis stellen Sie sich zwei Kühe in verschiedenen Herden vor. Wie viel von ihrem Milchleistungsunterschied ist auf die Genetik zurückzuführen und wie viel auf das Management oder die Umwelt? Es stellt sich heraus, dass etwa 30% auf Genetik und 70% auf Management und Umwelt zurückzuführen sind. Daher hat Milchleistung eine Erblichkeit von 0,30.

Wie sieht dieses Verhältnis im Bereich Fruchtbarkeit aus? Management und Umwelt machen 96% der Unterschiede zwischen den Töchtern aus, sodass der Einfluss der Genetik nur 4% beträgt. Somit hat DPR eine Erblichkeit von 0,04.

Die Merkmale, die am häufigsten mit einer geringen Erblichkeit in Verbindung gebracht werden, sind die Gesundheitsmerkmale – Nutzungsdauer (PL), Töchterfruchtbarkeit (DPR) und der somatische Zellgehalt (SCS). Viele Produzenten glauben, dass eine geringe Heritabilität in einem geringeren oder langsameren genetischen Fortschritt resultiert. Aber es wäre falsch, zu denken, dass Merkmale wie DPR, PL oder SCS aufgrund von geringen Heritabilitäten zu vernachlässigen sind, weil sie keinen Einfluss haben.

Die Perspektive ist wichtig

In der Genetik zeigt sich Genauigkeit, wenn Ergebnisse innerhalb einer Herde verglichen werden. Diese sogenannte Kontrollgruppe wird in einer Herde innerhalb einer bestimmten Laktationsgruppe und einer bestimmten Abkalbezeit beobachtet. Durch die Evaluierung innerhalb einer Kontrollgruppe wird der Effekt durch Management und Umwelt stark reduziert.  Wir haben effektiv mehr Kontrolle über die Bewertung, um die tatsächlichen Auswirkungen der Genetik besser zu bewerten.

Die Gesamterblichkeit für Gesundheitsmerkmale wie DPR und PL ist gering. Wenn wir allerdings die Ergebnisse innerhalb der einzelnen Kontrollgruppen betrachten, erfahren wir den wahren genetischen Einfluss.

Die Wahrheit liegt in den Zahlen

Nehmen Sie die Auswertung eines echten Milchviehbetriebes mit 1500 Kühen und sehr guten Fruchtbarkeitsergebnissen als Bespiel. Alle erstlaktierenden Kühe wurden, basierend auf dem DPR Zuchtwert ihres Vaters, in vier Gruppen aufgeteilt. Hier ist eindeutig ersichtlich, dass die Töchter der Bullen mit hohem DPR Zuchtwert schneller tragend wurden, als solche von Bullen mit niedrigem DPR Zuchtwert.

Denken Sie an eine Herde mit einer Pregrate von 22% und einem Durchschnitt von 130 offenen Tagen. Wenn der Betriebsleiter einen Bullen mit einem DPR von +3.0 auswählt, um 100 Töchter zu züchten, dann erwarten wir, dass diese Töchter im Durchschnitt eine Pregrate von 25% und durchschnittlich 118 offenen Tage haben.

Anzahl der KüheDurchschnitt Bulle DPRPregRate
Top 25% für DPR1742.327%
Niedrigste 25% für DPR137-1.120%
Unterschied3.47%

Dasselbe gilt für die Nutzungsdauer. Trotz der geringen Erblichkeit von weniger als 9% kann PL einen echten und spürbaren Unterschied in Ihrer Herde erzeugen.

Die untenstehende Tabelle vergleicht, wie lange die Töchter der zehn besten PL-Bullen und Töchter der untersten zehn PL-Bullen der Branche in einer bestimmten Herde bestehen. Sie können sehen, dass ein höherer Prozentsatz von Töchtern mit hohem PL, die durch die dunkelblauen Balken dargestellt werden, in einer Herde verbleiben, als Nachkommen der niedrigen PL-Bullen. Wenn Sie also PL in ihren genetischen Plan integrieren, züchten Sie gesündere, langlebigere Kühe in Ihrer Herde.

Fokus auf wirtschaftlichen Wert

Als progressiver Milchproduzent sollten Sie sich von der geringen Heritabilität der Gesundheitsmerkmale nicht davon abhalten lassen, die richtigen genetischen Mittel für Ihre Herde zu nutzen. Gesundheitsmerkmale sind wirtschaftlich wichtig und Verbesserungen in diesen Bereichen können enorme wirtschaftliche Auswirkungen für Ihren Betrieb haben.

Es gibt viele Merkmale, die eine sehr hohe Heritabilität, aber keine wirtschaftliche Bedeutung haben. Mit anderen Worten, wir können sehr schnell Fortschritte für diese Merkmale erzielen, aber wir erhalten dadurch keine profitablere Kuh.

Beispiele dafür sind Fellfarbe und Hornlosigkeit. Beide Merkmale haben eine Erblichkeit von 100%, da sie rein genetisch bestimmt werden. Wir können Kühe also in einer Generation rot oder hornlos züchten, aber was ist der wirtschaftliche Wert für einen Milchviehbetrieb?

Im Vergleich dazu ist der wirtschaftliche Wert von fruchtbareren Kühen, die aufgrund von weniger Stoffwechselproblemen, weniger Fällen von Mastitis und weniger Kalbeschwierigkeiten länger leben, deutlich erkennbar. Diese genetischen Merkmale machen eine Kuh für jeden Betrieb deutlich profitabler.

Management Tipps für die Selektion

Wenn Sie Ihren genetischen Plan festlegen oder neu bewerten, sollten Sie die folgenden Tipps beachten, um den Fortschritt in Richtung Ihrer Ziele zu maximieren.

1. Definieren Sie Ihre Ziele
Sie können damit beginnen, die häufigsten Gründe für die Merzung in Ihrer Herde zu ermitteln, um die wichtigsten Gesundheitsprobleme auf Ihrem Betrieb zu ermitteln. Ist es die Reproduktion, Milchproduktion oder Mastitis? Diese Information gibt Ihnen die Grundlage, um Zuchtentscheidungen zu treffen, die Ihre Herde nach vorne bringt.

2. Wählen Sie Ihre eigenen Werkzeuge aus
Gesundheitsmerkmale bieten Milchproduzenten einige leistungsstarke Werkzeuge, um bei schwacher Fruchtbarkeit, metabolischen Problemen, hohen Raten von Schwergeburten und dergleichen zu korrigieren. Finden Sie heraus, wie wichtig Ihnen die einzelnen Merkmale sind und legen Sie bei der Auswahl von Bullen einen Schwerpunkt auf ebensolche Merkmale.

3. Passen Sie die Lösung an Ihren Betrieb an
Da Standardzuchtwerte der Industrie unterschiedlich sind und sich ihre Gewichtung für Gesundheitsmerkmale ebenfalls ständig verändert, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass sie Ihre individuellen Ziele und Bedürfnisse widerspiegeln. Arbeiten Sie mit Ihrem Alta Berater zusammen, um sicherzustellen, dass Ihr genetischer Plan auf Ihre individuelle Situation und Ihre Ziele zugeschnitten ist.

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A2A2 Milch

Es ist immer wieder hier und da das Wort „A2A2-Milch“ zu vernehmen. Was hat es damit auf sich? Wir haben für Sie ein paar kompakte Informationen zusammengestellt.

Kuhmilch besteht zu 87 % aus Wasser und zu 13 % aus Feststoffen. Dieser Anteil von Feststoffen setzt sich zusammen aus Laktose (Milchzucker), Fett, Protein und Mineralstoffen.

Den größten Anteil des Milchproteins in der Milch hat Casein. Eine Form des Caseins ist das Betacasein. In der Rinderpopulation gibt es zwei Ausprägungen des Betacasein-Gens: A1 und A2. Diese zwei Varianten befinden sich an zwei verschiedenen Genorten, dadurch trägt jedes Rind eine der Genvarianten A1A1, A1A2 oder A2A2 für das Betacasein im Genom.

Warum kann das wichtig sein?

Studien haben herausgefunden, dass die Verdauungsenzyme vom Menschen unterschiedlich mit den A1 und A2 Betacaseinprotein interagieren und dadurch unterschiedlich im Körper verwertet werden. Einige gehen davon aus, dass die A2 Variante natürlicher und dadurch gesünder ist. Das führt zu einer steigenden Verbrauchernachfrage nach A2A2-Milch.
Die A2A2-Milch kann nur von Kühen produziert werden, die an beiden Genorten das A2-Gen tragen.  Der einzige Faktor, der bestimmt, ob sich das Milchprotein A1 oder A2  in der Milch befindet, ist also der Genotyp der laktierenden Milchkuh. Die Genkombination A2A2 kommt in Jerseys geringfügig häufiger vor, als in anderen Rassen. Die ausführliche Liste der A2A2 Holsteinbullen zeigt, dass man bei den Holsteins keine großen Einbußen in der Genetik vornehmen oder auf eine andere Rasse umstellen muss, um die A2A2-Milch zu produzieren. Wichtig ist das für die Produzenten, die für die A2A2-Milch aufgrund der steigenden Nachfrage einen Bonus erhalten.

Hier haben wir Ihnen zur letzten Zuchtwertschätzung eine Auswahl an A2A2-Bullen und anderen Spezialisten zusammengestellt.

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Zukünftige Leistung über die durchschnittlichen Tageszunahmen vorhersagen

Färsen werden immer häufiger mit Hilfe genomischer Typisierung einem Ranking unterzogen, welches als wichtige Entscheidungshilfe für ein strategisches Management genutzt wird. Dies ist aber nicht der einzig mögliche Weg. Wenn Sie nicht nur auf die Maximierung Ihres genetischen Fortschrittes bedacht sind, sondern auch auf Ihren zukünftigen Gewinn, gibt es alternative Methoden, um zu entscheiden, welche Färse den Betrieb verlassen soll und welche nicht.

Durchschnittliche Tageszunahmen als Selektionskriterium?

Verweise auf durchschnittliche Tageszunahmen (average daily gain= ADG) stammen typischerweise aus der Fleischindustrie und in letzter Zeit auch von Fütterungswissenschaftlern und Forschern. Studien bei Milchrindern haben gezeigt, dass einzelne Betriebe einen Einfluss der durchschnittlichen Tageszunahmen auf das zukünftige Potential der Milchleistung feststellen. Eine Studie der Cornell University hat bewiesen, dass jedes zusätzliche Kilogramm an Tageszunahmen bei Kälbern vor dem Absetzen in 1,113 Kilogramm mehr Milch in deren ersten Laktation zur Folge hat.

Das individuelle Wiegen von Kälbern zu festgelegten Zeitpunkten im ersten Lebensabschnitt erfasst die durchschnittlichen Tageszunahmen, welche ein effektives Mittel für die Vorhersage der Tiere mit den höchsten Leistungen in der ersten und folgenden Laktationen sein können.

In der untenstehenden Tabelle wird dies verdeutlicht. Auf diesem 2850- Kuh Holstein Betrieb in Wisconsin werden die Gewichte jedes einzelnen Kalbes bei der Geburt und beim Absetzen ermittelt. Anschließend wird mit der Herdenmanagement Software die durchschnittliche Tageszunahme jeden Tieres berechnet.

Tabelle 1Anzahl der TiereADGØ 305ME 1. Laktation
Gruppe 1 - Top 25% mit höchstem ADG332988 g15.016 kg
Gruppe 2 - Unterste 25% mit niedrigstem ADG304757 g14.442 kg
Unterschied231 g574 kg

Hier haben wir alle Tiere in der ersten Laktation basierend auf ihrer ursprünglichen durchschnittlichen Tageszunahme in Quartile eingeteilt. Die besten Tiere nahmen fast 1 kg pro Tag von der Geburt bis zum Absetzen zu, während die schlechtesten 25% der Tiere in der gleichen Zeit nur geringe Zunahmen von 757 g am Tag erreichten.

In der kurzen Zeit von zwei Jahren bis die Kälber in die melkende Herde gelangen, entsteht ein Unterschied zwischen den Tieren mit den höchsten zu den niedrigsten Tageszunahmen von beeindruckenden 574kg mehr produzierter Milch in durchschnittlicher 305-Tagesleistung. Das spiegelt die Ergebnissen der oben genannten Studie der Cornell Universität 2012 wider.

Genetik macht den Unterschied

Gehen wir mit der Analyse einen Schritt weiter, zeigt sich die Genetik in besseren und gesünderen Kälbern, die jeden Tag mehr wachsen.

Teilen wir die Gruppen der Analyse von oben in Tabelle 1 in zwei separate genetische Gruppen, sieht man wie sich die Tiere in jeder Gruppe im Verhältnis zu ihrer genetischen Vorhersage entwickeln. Das zeigt uns, ob durchschnittliche Tageszunahmen Auswirkungen darauf haben, was ein Tier aufgrund seines genetischen Potentials leisten kann.

Tabelle 2 zeigt ausschließlich Kühe der ersten Laktation, die sich in der Gruppe der besten 25% Färsen mit den höchsten durchschnittlichen Tageszunahmen von Geburt bis zum Absetzen befanden.  Innerhalb dieser Gruppe vergleichen wir die 305-Tageleistungen basierend auf dem Durchschnitt der Eltern für den Milchzuchtwert PTA Milch.

Tabelle 2 - Tiere mit höchsten durchschnittlichen TageszunahmenAnzahl der TiereADGØ PTAM ElternØ 305ME 1. Laktation
Beste 50% Elterndurchschnitt PTAM166993 g266 kg15.650 kg
Niedrigste 50% Elterndurchschnitt PTAM166984 g48 kg14.390 kg
Unterschied9 g218 kg1.260 kg

Hier wird deutlich, dass innerhalb der Kälber mit den besten durchschnittlichen Tageszunahmen, die Tiere mit dem höchsten Elterndurchschnitt für PTA Milch nach der Kalbung fast 1300 kg mehr Milch geben, als die Tiere mit einem niedrigeren Durchschnitt für PTA Milch.

Tabelle 3 unterscheidet sich dahingehend, dass hier die Kühe der ersten Laktation verglichen wurden, welche aufgrund ihrer durchschnittlichen Tageszunahmen zu den 25% schlechtesten zählen. Vergleichen wir die Milchleistungen innerhalb dieser niedrigen Gruppe, sehen wir, dass ein hoher Elterndurchschnitt für PTAM in nur 820 kg mehr Milch in der ersten Laktation resultiert.

Tabelle 2 - Tiere mit niedrigsten durchschnittlichen TageszunahmenAnzahl der TiereADGØ PTAM ElternØ 305ME 1. Laktation
Beste 50% Elterndurchschnitt PTAM152762 g258 kg14.863 kg
Niedrigste 50% Elterndurchschnitt PTAM152757 g25 kg14.042 kg
Unterschied5 g233 kg821 kg

Innerhalb beider Gruppen bedeutete ein höherer Elterndurchschnitt für PTAM sogar mehr Milch als durch die Genetik vorhergesagt. Trotzdem zeigt der Vergleich der Unterschiede in der 305-Tageleistung der ersten Laktation, dass die Gruppe mit den hohen durchschnittlichen Tageszunahmen die Gruppe mit den niedrigen Zunahmen um fast 450 kg Milch zusätzlich überholt.

Dies bedeutet, dass wenn Kälber das beste Futter und die beste Pflege bekommen und so höhere tägliche Zunahmen erreichen, ihre Gene sogar besser zum Ausdruck kommen, als erwartet.

Strategische Management Entscheidungen

Wenn es Ihre betriebliche Situation erfordert extra Färsen zu verkaufen, ist es besser dies auf strategische Art und Weise zu tun. Während genomische Tests für dieses Ziel sicher ihren Wert haben, kann das Überwachen und Messen der täglichen Zunahmen als eine effektive Alternative dienen.

Wenn die Tiere, die früh im Leben schneller wachsen, später eine höhere Leistung erbringen als andere, ist es eine leichte Entscheidung, die am schnellsten wachsenden Tiere in der Herde zu behalten. Wenn Sie die Kälber verkaufen, die von Beginn an auf einem unzureichenden Level wachsen, können Sie Futterkosten für Tiere, die deutlich weniger produzieren werden und die Aufzucht von Tieren, für die Sie auf dem Betrieb ggf. keinen Platz haben, vermeiden.

Zu wissen, dass diese gesunden Kälber extra Milch in den Tank liefern werden, bestärkt außerdem die Wichtigkeit von richtiger und fortschrittlicher Kälberfütterung und den Fokus auf allgemeine Kälbergesundheit. Selbst wenn die Zeiten gut sind, sollten Sie die Zukunft ihrer Milchherde immer im Auge haben.

Schnell gelesen

  • Wenn Sie einen strategischen Plan für die Selektion von Färsen einführen, bedenken Sie das individuelle Wiegen von Kälbern zu klar festgelegten Zeitpunkten im Leben, um durchschnittliche Tageszunahmen zu erfassen. Ein Ranking basierend auf Tageszunahmen, kann definieren welche Färsen behalten und welche verkauft werden. Dies hat einen großen Einfluss auf die zukünftigen Gesamtkosten der Produktion.

 

  • Nutzen Sie die Genetik, die Sie ausgewählt haben. Die Gene eines Tieres können nur dann bestmöglich entfaltet werden, wenn es die beste Fütterung und Pflege vom ersten Tag an erhält.  Der tägliche Zuwachs jedes Kalbes, sogar in den ersten Monaten, hat große Auswirkungen auf das Potenzial für die spätere Milchleistung.

References:

Soberon F, Raffrenato E, Everett RW and Van Amburgh ME. 2012. Preweaning milk replacer intake and effects on long-term productivity of dairy calves. J Dairy Sci. 2012 Feb;95(2):783-93. doi: 10.3168/jds.2011-4391.

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Wie stichhaltig und genau sind genomische Zuchtwerte?

Wir befinden uns mitten in der Ära der genomischen Zuchtwerte. Wie viele andere Milchviehhalter, setzen vermutlich auch Sie inzwischen sorgenfrei genomisch-geprüfte Bullen in Ihrem genetischen Plan ein.

Nichtsdestotrotz haben Sie möglicherweise nach wie vor Fragen zu den Unterschieden, die Sie zwischen genomisch-geprüften und töchtergeprüften Bullen erwarten können. Um Ihre Fragen adäquat zu beantworten, haben wir eine eingehende Analyse aller eingesetzten Bullen vorgenommen. Unser Ziel war es, herauszufinden, wie stichhaltig und genau die genomischen Zuchtwerte sind. Werden sie über einen längeren Zeitraum genauer oder nimmt ihre Genauigkeit ab?

Was haben wir daraus gelernt?

Grafik 1 zeigt den durchschnittlichen Unterschied des TPI (Total Performance Index = Gesamtzuchtwertindex eines Bullen) der ersten genomischen Zuchtwerte zu den Werten der töchtergeprüften Bullen im April 2017.
Der Unterschied des TPI ist der Abstand, der zwischen der blauen und orangefarbenen Linie liegt.

Grafik 1: Veränderung des TPI vom genomischen Zuchtwert 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Obwohl die genomischen Zuchtwerte nach wie vor geringfügig erhöht sind, wird die Lücke zwischen genomischen Zuchtwerten und töchtergeprüften Bullen bei jeder Zuchtwertschätzung kleiner.

Sie möchten mehr Details?

Um die Daten in einem anderen Blickwinkel zu betrachten, schauen wir uns alle 1.078 Zuchtbullen aus dem Jahr 2013 an. Dies tun wir aus dem einfachen Grund, dass alle Zuchtbullen aus dem Jahr 2013 inzwischen in den Bereichen Produktion, Gesundheit und Exterieur töchtergeprüft sind.

Die glockenförmige Kurve in Grafik 2 zeigt den Mittelwert und die Standardabweichung des TPI aller 1.078 Bullen, die 2013 genomische Zuchtwerte erhielten.

Grafik 2: Histogramm der Unterschiede im TPI vom ersten genomischen Zuchtwert in 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Wie Sie sehen können, hat sich der Wert durchschnittlich um weniger als 100 Punkte vom Veröffentlichungszeitraum der genomischen Zuchtwerte zur Töchterprüfung 2013 verändert. Einhundert dieser Bullen haben einen töchtergeprüften TPI, der um weniger als 20 Punkte von der ursprünglichen genomischen Prüfung abweicht. Nur ungefähr 40 der 1.078 Bullen haben mehr als 300 TPI-Punkte verloren – das sind weniger als 4%.

Der gleiche Trend lässt sich für die NM$-Gesamtzuchtwerte beobachten. Tabelle 4 zeigt den durchschnittlichen Unterschied und die Standardabweichung des NM$ derselben 1.078 Bullen, die 2013 genomisch geprüft wurden. Diese Bullen veränderten ihren Wert um ca. -103 NM$ von ihrem ursprünglichen genomischen Zuchtwert 2013 zu ihrem töchtergeprüften Wert im April 2017.

Fünfundneunzig Bullen blieben konstant innerhalb der geringen Differenz von 20 Punkten von ihrem genomischen Zuchtwert zum töchtergeprüften NM$-Wert. Weniger als 20 Bullen verzeichneten einen Unterschied von mehr als 300 NM$-Punkten.

Grafik 3: Histogramm des Unterschieds in NM$ vom genomischen Zuchtwert in 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Momentan weisen unsere besten töchtergeprüften Bullen einen soliden durchschnittlichen TPI von 2507 Punkten auf. Jedoch weist die beste Gruppe der genomisch-geprüften Tiere einen Vorsprung von +217 Punkten gegenüber den töchtergeprüften Bullen auf! Unsere besten genomischen Bullen sind exklusiv unseren Advantage Kunden zugänglich. Wenn Sie Interesse an unserem Advantage Programm haben, sprechen Sie uns gerne an!

August 2017 Top genomisch-geprüfte BullenGTPI
AltaDRAGO2783
AltaKID2775
AltaSWAG2773
AltaAMULET2714
AltaMORENO2705
AltaPUEBLO2702
AltaBIGFORK2699
AltaEXPAT2699
AltaPURITY2698
AltaBOMBAST2692
Mittelwert2724
August 2017 Top töchtergeprüfte BullenTPI
AltaCR2670
AltaSPRING2622
AltaROBLE2559
AltaRABO2505
AltaJAKE2479
AltaBGOOD2476
AltaENTRUST2457
AltaEMBASSY2456
AltaGILCREST2440
AltaMERCI2406
Mittelwert2507

Einige Bullen gewinnen Punkte, andere verlieren Punkte, jedoch sind Ihre Chancen gleich Null, dass jeder einzelne Bulle an der Spitze der genomisch-geprüften Tiere unter die Werte der aktuellen töchtergeprüften Bullen fällt.

Während Sie die genetischen Entscheidungen für Ihre Herde treffen, behalten Sie immer folgendes im Hinterkopf:

  1.  Genomische Zuchtwerte sind geringfügig erhöht. Mit jeder Zuchtwertschätzung der genomischen zu den töchtergeprüften Zuchtwerten der TPI- und NM$-Werte jedoch wird der Unterschied dank Modelländerungen geringer.
  2.  Der durchschnittliche TPI- und NM$-Unterschied zwischen den genomischen Zuchtwerten zu den töchtergeprüften Zuchtwerten der Bullen aus dem Jahr 2013 liegt bei ca. -100 Punkten. Trotz dieses Unterschieds vollziehen Sie einen deutlich schnelleren genetischen Fortschritt, wenn Sie eine Gruppe von Bullen mit genomischen Zuchtwerten verwenden, als wenn Sie auf eine Gruppe mit ausschließlich töchtergeprüften Zuchtwerten zurückgreifen.
  3.  Stellen Sie sicher, dass die genetischen Veränderungen, die Sie vornehmen, Ihren Zielen angepasst sind. Wählen Sie eine Gruppe genomisch-geprüfter Bullen aus, die auf Ihren individuellen genetischen Plan zugeschnitten ist. Legen Sie ausschließlich Wert auf die Leistungs-, Gesundheits- und Exterieurmerkmale, die Ihnen am wichtigsten sind, um die Produktivität Ihres Betriebes in Zukunft voranzubringen.

 

Die Analyse der Zuchtwertschätzung sowie die Tabellen wurden von der PEAK-Genetikerin Ashley Mikshowsky durchgeführt und erstellt.

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Übersicht über die Änderungen der TPI-Formel

Im Zuge der Zuchtwertschätzung im August 2017 wird die Holstein Association (HA) USA die Indexe TPI, Udder Composite (UDC) und Foot & Leg Composite (FLC) aktualisieren. Im Folgenden werden Ihnen Hilfestellungen dabei gegeben, die Änderungen zu verstehen und abzuschätzen, wie diese die Bullenplatzierungen verändern könnten.

Wie bei allen Index-Änderungen, werden sich die Platzierungen der Bullen verändern. Die meisten Rangänderungen können wir darauf zurückführen, dass die Größe mit in die Berechnungen der UDC und FLC Indexe einfließt.

Änderungen in den nationalen Indexen erinnern uns daran, wie wichtig ein individuell erstellter genetischer Plan ist. Behalten Sie bei der Bewertung der Änderungen im UDC und TPI stets Ihren individuellen genetischen Plan im Kopf, um sicherzustellen, dass dieser auch weiterhin zu den gegenwärtigen und künftigen Zielen Ihres Betriebes passt.

Veränderungen beim Udder Composite Index (UDC)

Die größte Änderung im UDC ist, dass die Größe jetzt als eine negative Gewichtung mit eingerechnet wird, um eine moderatere Größe bei Holsteins in der Zukunft zu gewährleisten. Während alle individuellen Merkmalsgewichtungen innerhalb des UDC geringfügig angepasst wurden, wird die Größe von nun an einen relativen Anteil von 17% am UDC haben. Diese Veränderung entspringt hauptsächlich aus der verringerten Gewichtung der Eutertiefe.

Ein Vergleich zwischen den vorigen und neuen Berechnungen des UDC wird in Tabelle 1 dargestellt. Die größten Veränderungen sind in Fett hervorgehoben.

TABELLE 1Vorige Prozentanteile im UDCProzentanteile im UDC ab August 2017Änderung in %
Vordereuteraufhängung16%13%-3%
Hintereuterhöhe16%19%3%
Hintereuterbreite12%16%4%
Zentralband9%7%-2%
Eutertiefe35%17%-18%
Strichplatzierung vorne5%3%-2%
Strichplatzierung hinten (jetzt "hinteres Strichplatzierungsoptimum")7%4%-3%
Strichlänge (jetzt "Strichlängenoptimum")-4%4%
Größe--17%17%

Eine weitere Veränderung bei den Eutermerkmalen ist, dass sowohl die hintere Strichplatzierung als auch die Strichlänge von nun an zwei-wegs Merkmale sind und dementsprechend „hinteres Strichplatzierungsoptimum“ und „Strichlängenoptimum“ heißen.

Die hintere Strichlänge und –platzierung der Holsteins hat sich zu einem kürzeren und enger gestellten Durchschnitt entwickelt. Durch die Anpassung hin zu einem mittleren Optimum, im Gegensatz zu einem kurzen und engen, soll dabei geholfen werden, die Holsteins wieder in Richtung der erwünschten Norm zu züchten.

Die neue Foot & Leg Composite (FLC)

Wie schon bei dem UDC kommt die größte Veränderung auch im FLC durch die Addition der Größe in die Berechnung des Index. Tabelle 2 zeigt, dass der Hauptanteil der Prozentpunkte des neu hinzugefügten Merkmals aus der Minderung des Klauenwinkels und der Hinterbeinwinkelung stammt.

TABELLE 2Vorige Prozentanteile im FLCProzentanteile im FLC ab August 2017Änderung in %
Klauenwinkel24%8%-17%
Hinterbeinstellung19%18%-1%
Fundamentbewertung50%58%+8%
Größe-17%+17%
Hinterbeinwinkelung8%--8%
Veränderungen bei den TPI Zuchtwerten

Zusätzlich zu den Neuerungen beim UDC und FLC, wird die TPI-Formel ebenfalls aufgefrischt. Während die Verteilungen bei Leistung, Gesundheit und Exterieur gleich bleiben, wird sich die individuelle Gewichtung bei Leistung und Gesundheit verändern.

Die größte Veränderung in der TPI-Formel ist innerhalb der Leistungskategorie in Form eines neuen Fett-Eiweiß-Verhältnisses zu finden.
Alle Veränderungen finden Sie in der folgenden Tabelle:

TABELLE 3Vorige Prozentanteile im TPIProzentanteile im TPI ab August 2017
Eiweiß2721
Fett1617
Futtereffizienz38
LEISTUNG GESAMT46%46%
Fruchtbarkeitsindex1313
Nutzungsdauer74
Langlebigkeit-3
Zellzahl-5-5
Kalbeverlauf22
Totgeburtenrate11
GESUNDHEIT GESAMT28%28%
Euter1111
PTA Typ88
Fundamente66
Milchtyp-1-1
EXTERIEUR GESAMT26%26%

HA USA hat Fett, Eiweiß und die Futtereffizienz neu gewichtet und aus diesem Grund auch das Fett-Eiweiß-Verhältnis angepasst. Ab August 2017 wird 6% weniger Wert direkt auf Eiweiß gelegt. Dafür wird 5% mehr Wert auf die Futtereffizienz und 1% mehr Wert auf Fett gelegt.

Als Hinweis für Sie wird im Folgenden dargestellt, wie die  Futtereffizienz berechnet wird. Bitte beachten Sie, dass in dieser Formel die „Body Size Composite“ durch die neue Berechnung „Body Weight Composite“ ersetzt wird.

Futtereffizienz = (-0,0187 x Milch) + (1,28 x Fett) + (1,95 x Eiweiß) – (12,4 x Body Weight Composite)

Zusätzlich zu den Anpassungen im Bereich Leistung wird HA USA nun auch die Langlebigkeit als neues Merkmal in die TPI-Formel aufnehmen. Die 3% Gewichtung auf Langlebigkeit werden direkt von dem Merkmal Nutzungsdauer abgezogen.

Was bedeuten diese Veränderungen?

Die Hinzunahme der Größe zum UDC und FLC, sowie die Neuerungen in der TPI-Formel, sind mit dem Ziel verbunden, Produzenten dabei zu unterstützen, mehr moderat gebaute, effizientere und profitablere Kühe zu züchten.

Indexe der nationalen Standards können sich jederzeit ändern. Diese Veränderungen sollten Sie erneut darauf hinweisen, wie wichtig es ist, Ihren individuellen genetischen Plan zu erstellen, anstatt auf einen allgemeinen Index zu setzen. Arbeiten Sie mit dem Alta Mitarbeiter Ihres Vertrauens zusammen, um Ihre individuelle Gewichtung in den Bereichen Leistung, Gesundheit und Exterieur zu setzen.
Wir möchten sicherstellen, dass Ihr genetischer Plan jederzeit mit der derzeitigen Situation und den Zukunftsvisionen Ihres Betriebes übereinstimmt und Sie bei dem Erreichen Ihrer Ziele unterstützt.

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Tragezeit als neues Zuchtmerkmal hinzugefügt

Der „Council on Dairy Cattle Breeding (CDCB)“ fügt den neuen Zuchtwert Bullen-Trächtigkeitsdauer und damit die Tragezeit als neues Merkmal in der Zuchtwertschätzung ab August 2017 für alle Rassen hinzu.

Der Zuchtwert zeigt den Einfluss der Bullen auf die Tragezeit der angepaarten Kühe. Er wird als Abweichung vom Mittelwert angegeben, welcher im Basisjahr 2010 bei 277 Tagen für Kühe der Rasse Holstein lag. Somit liegen Kalbungen eines Bullen mit einem Zuchtwert von +2.0 im Mittel bei 297 Tagen Tragezeit. Die Standardabweichung beträgt 1,4, was bedeutet, dass 68% der Bullen zwischen -1,4 und +1,4, sowie 95% zwischen -2,8 und 2,8 Tagen Abweichung liegen. Für Holstein Bullen ab dem Jahr 1995 wird eine Reichweite von 5,6 Tagen verkürzter und 6,4 Tagen verlängerter Tragezeit im Vergleich zum Durchschnitt angegeben. In Zukunft soll ebenso ein Merkmal für die Tragezeit der Töchter bereitgestellt werden.

Am nützlichsten kann die Tragezeit als Merkmal für Herden mit saisonalem Kalben sein. Hier können Bullen mit einem Zuchtwert für eine kürzere Tragezeit bei den Kühen angepaart werden, die bei der ersten Besamung nicht tragend geworden sind, sodass alle Kalbungen leichter auf einen bestimmten Zeitraum konzentriert werden können.

Die Tragezeit ermöglicht außerdem eine genauere Vorhersage des Geburtstermins des Kalbes. Dies trägt zu einem effizienteren Management bei der Stallbelegung von Close-Up Gruppen sowie zu einer besseren Planung der Trockenstelltermine und anschließend der Abkalbeboxenbelegung bei. Die genauere Datierung der Kalbung ist ebenso auf die rasseunterschiedlichen Erhebungen des Merkmals zurückzuführen, da die Tragezeit neben Alter und Jahreszeit ebenso aufgrund der Rasse variiert.

Momentan wird die Tragezeit nicht in den TPI oder den NM$ Index einbezogen.

Wenn neue Merkmale, wie die Tragezeit, implementiert werden, ist es wichtig, dass Sie Ihren Fokus auf der aktuellen Situation und den Zielen Ihres Betriebes haben. Arbeiten Sie mit dem Alta Mitarbeiter Ihres Vertrauens zusammen, um Ihren individuell erstellten genetischen Plan zu überprüfen und möglicherweise zu überarbeiten. Implementieren Sie neue Merkmale, wie die Tragezeit, nur in Ihren genetischen Plan, wenn er Sie bei dem Erreichen Ihrer betrieblichen Ziele unterstützt und in dessen Grundkonzept passt.

Erfahren Sie mehr über die aktuelle Forschung, die Erblichkeit und Korrelation des Merkmals Tragezeit, präsentiert durch Wright, Van Raden und Hutchinson bei den ASDA Meetings 2017.

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Die 3 Q’s des Kolostrum-Managements

Die Aufzucht von weiblichen Kälbern legt den Grundstein für eine gesunde und leistungsfähige Milchviehherde. Je mehr ein Kalb in den ersten Lebenswochen zunimmt und je weniger Krankheiten es im Laufe seiner Aufzucht entwickelt, desto mehr Milch geben die Färsen in ihrer ersten Laktation.

Direkt nach der Geburt ist die Kolostrumversorgung des neugeborenen Kalbes das wichtigste für die Gesunderhaltung der jungen Kälber. Kolostrum ist nicht nur Nahrung, sondern vor allem Medizin. Für die optimale Kolostrumversorgung der Kälber ist ein hohes Engagement notwendig. Gutes Kolostrummanagement berücksichtigt die 3 Q’s:  Quickly (schnell), Quality (hochwertig) und Quantity (viel).

 

Quickly – schnell

Die erste Kolostrumgabe muss schnellstmöglich nach der Geburt erfolgen, optimalerweise innerhalb der ersten Lebensstunde. Unbedingt muss die Kolostrumversorgung aber innerhalb der ersten 6 Lebensstunden gewährleistet sein, da ansonsten der Darm für die überlebenswichtigen Immunglobuline nicht mehr vollständig passierbar ist. Kälber, die nicht freiwillig Kolostrum aufnehmen, sollten mit Kolostrum gedrencht werden. Wichtig zu wissen ist, dass ein Drenchen der Kälber per se in Deutschland laut § 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist.

 

Quality – hochwertig

Nutzen Sie qualitativ hochwertiges Kolostrum. Gutes Kolostrum wird durch folgende Kriterien ausgezeichnet:

 

a) Sicher – so weit möglich, sollte Kolostrum frei von Krankheitserregern wie Leukose, Salmonellen, BVD, Mykoplasmen, Staph. Aureus, Listerien, Mykobakterien und Leptospiren sein. Das Mischen des Kolostrums mehrerer Kühe sollte unterbleiben, um das Risiko der Übertragung von Erregern zu minimieren. Im Bedarfsfall kann Kolostrum pasteurisiert (erhitzen auf 60°C für 30min) werden, um das Keimwachstum einzudämmen.

 

b) Potent – Für einen maximalen Effekt muss das Kolostrum eine hohe Immunglobulin-G(IgG)-Konzentration aufweisen. Gutes Kolostrum hat einen IgG-Wert von >50g/l. Der IgG-Gehalt kann nicht visuell ermittelt werden. Je früher das Kolostrum von der Kuh ermolken wird, desto besser ist in der Regel auch die Qualität, d.h. die Immunglobuline werden immer weiter verdünnt je später das erste Melken erfolgt. Für eine Schätzung des IgG-Gehalts kann ein Kolostrometer benutzt werden. Das Kolostrometer ist eine Glasspindel, die in die temperierte Milch (20°C, Herstellerangaben beachten!) gegeben wird. Durch die Spindel wird die Dichte des Kolostrums gemessen, was einen Rückschluss auf die Immunglobulinkonzentration ermöglicht. Für eine weitere etwas genauere und nicht temperaturabhängige Methode zur Bestimmung der Kolostrumqualität kann ein Brix-Refraktometer verwendet werden. Dazu wird ein Tropfen Kolostrum auf das Refraktometer gegeben, das Refraktometer gegen das Licht gehalten und der Wert abgelesen. Die ermittelte Brixzahl ist folgendermaßen zu interpretieren: <20% Brix schlechte Kolostrumqualität, 20-22% Brix mäßige Kolostrumqualität, >22% Brix gute Kolostrumqualität. Eine allgemeine Grundregel lautet auch, dass nur Milch von Kühen eingesetzt werden soll, die beim ersten Melken weniger als 8 kg Milch geben.

 

Quantity – viel

Innerhalb der ersten 6 Lebensstunden sollten Kälber 150-200g IgG erhalten, d.h. sie müssen mit 3-4l Kolostrum getränkt werden. Die Gabe kann einmalig erfolgen oder auf 2 Mahlzeiten verteilt werden.

Da bei manchen Kühen nicht ausreichend Kolostrum zur Verfügung steht, sollte immer tiefgefrorenes Kolostrum, das im Bedarfsfall aufgetaut werden kann, auf den Betrieben vorhanden sein.

 

 

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Der Wert der Zuchtwerte

Genetik zählt und zahlt sich aus! Als eine der günstigsten Investitionen hat man die Möglichkeit, mithilfe der Genetik die Wertschöpfung und Effizienz der Herde zu verbessern. Die Zuchtwertergebnisse können oft unrealistisch wirken oder unklar sein. Bei genauerer Betrachtung wird aber schnell deutlich, welchen Effekt die Genetik auf die Herde hat und wie sich dieser im Betriebsergebnis wiederspiegelt.

Mithilfe von Herdenmanagementprogrammen kann schnell die Differenz zwischen dem genetischem Potential einer Herde und der realen Umsetzung dessen ermittelt werden.  Bringen zweijährige Milchkühe die aufgrund des Bullenzuchtwertes zu erwartende Leistung? Werden diese Kühe entsprechend des Zuchtwertes Töchterfruchtbarkeit tragend? Ist der Zuchtwert Totgeburten (DSB) bei Bullentöchtern ein akkurater Indikator für die tatsächlichen Totgeburten?

Bei dem Blick in die Auswertungen muss man bedenken, dass nur erstlaktierende Kühe betrachtet werden um Umwelteinflüsse möglichst gering zu halten. Dieser Einfluss liegt im Management und der Umwelt, in der alle Kühe leben, begründet. Phänotyp = Genotyp + Umwelteffekte, d.h. je geringer die Umwelteinflüsse, desto sicherer kann die aktuelle Leistung auf die Genetik zurückgeführt werden.

Kühe mit mehr Laktationen können genauso verglichen werden. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Ergebnisse im Laufe der Zeit verfälscht werden. Kühe mit schlechten oder gar keinen Leistungen werden, unabhängig vom Bullen, frühzeitig gemerzt und erreichen Folgelaktationen erst gar nicht. Um solche Ungenauigkeiten zu vermeiden, werden die Ergebnisse von erstlaktierenden Kühen verglichen.

Für ein besseres Verständnis der Zuchtwertergebnisse und wie diese in ein Mehr an Milch-kg, Trächtigkeiten und weniger Totgeburten übersetzt werden können, betrachten wir die DairyComp305 Auswertungen verschiedener Herden. Unter anderem eine reale Herde mit 600 Kühen aus Deutschland und einer Herde mit über 1500 Kühen in den USA.

 

Zuchtwert Milch

Beginnen wir mit dem Zuchtwert für Milch, welcher die Milchmenge indiziert, die Färsen, auf Basis der 305 Tage Milchleistung, mehr produzieren als ihre Herdenkolleginnen. Anhand dieser Daten vergleichen wir, welchen Einfluss Bullen mit einem höheren Zuchtwert Milch auf die tatsächlich produzierte Milchmenge hatten und wie sich dieser Effekt monetär bemerkbar macht.
In diesem Beispiel vergleichen wir die aktuelle 305 Tage Leistung mit dem dazugehörigen Zuchtwert Milch, um zu kontrollieren ob die genetisch zu erwartende Milch-menge auch produziert wird. Dafür wurden die Bullentöchter anhand des Zuchtwertes Milch des Vaters gruppiert.

Wie in der Tabelle deutlich wird, sollten die 25% Besten Tiere, genetisch gesehen, 1216  Pfund (lbs.) mehr Milch produzieren, als der Rest der Herde. Tatsächlich lag die Differenz bei 1403 Pfund, also deutlich über dem erwarteten Wert. Das bedeutet, dass aus jedem Pfund, auf das selektiert wurde, 1,02 Pfund Milch realisiert werden konnten. Diese erstlaktierenden Färsen haben somit etwas über ihrem zunächst erwarteten genetischen Potential Milch geliefert.

# TiereZuchtwert Milch (lbs.)305 ME (lbs.)305 ME (kg)
Beste 25%12112162672712123
Schlechteste 25%121-1582532411487
Differenz 13741403636

Warum wurde mehr Milch gemolken als erwartet?

Die meisten genetischen Auswertungen der 305 Milchleistung zeigen, dass die Werte nahe an den erwarteten Bullen Zuchtwerten liegen. Liegen diese Werte über den Zuchtwerten, liegt dies am Management. Nur bei einem Top Management kann das genetische Potential voll ausgereizt werden.

So kann eine komfortable Haltung und ein strukturiertes Management der Herde diesen Effekt haben. Bei gleichwertiger Aufstallung, Fütterung und Arbeitsroutinen aller Tiere ist es möglich das genetische Potential zum Ausdruck zu bringen. Eine 305 Tage Leistung von über 12000 kg zeigt, das genau dies auf dem dargestellten Betrieb umgesetzt wird.

# KüheDPRPregRate
Beste 25%131>1,121%
Schlechteste 25%113<-1,019%
Differenz2,12%

Vielleicht noch entscheidender ist die Datengenauigkeit. Ohne eine akkurate Dokumentation und Zuordnung der Väter zu den Kühen, kann das  Ergebnis immens verfälscht werden. Wenn durch die falsche Zuordnung Kühe fälschlicherweise im obersten oder untersten Viertel auftauchen, ist die Analyse wertlos.

Zuchtwert Töchterfruchtbarkeit (DPR)

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz eines genetischen Plans ist die Töchterfruchtbarkeit. In der eben beschriebenen Herde wird beim Vergleich der PregRate deutlich, dass bei einer Rangierung nach dem Zuchtwert Töchterfruchtbarkeit, die Differenz zwischen den 25% Besten und 25% Schlechtesten bei 2% liegt.
Ein Anstieg des Zuchtwerts Töchterfruchtbarkeit um einen Punkt führt demnach zu einem Anstieg der PregRate um 1%. In anderen Worten sind die Kühe 4 Tage weniger offen. In dieser Herde liegen die Top Kühe beim Zuchtwert Töchterfruchtbarkeit 2,1 Punkte über den 25% schlechtesten Kühen. Demnach sind die Top Tiere 8 Tage früher trächtig.
In anderen Herden zeigte sich dieser Effekt noch deutlicher. Dort lagen bei der PregRate zwischen den Top 25% und den schlechtesten 25% sechs Prozentpunkte. Dies entspricht 24 Tagen – mehr als ein Brunstzyklus! Frühere Trächtigkeiten spiegeln sich für den Betrieb immer auch finanziell wieder.

Zuchtwert Totgeburtenrate (DSB)

Totgeborene Kälber sind ein ökonomischer Verlust für Milchviehbetriebe. Mit diesem Wissen nähern wir uns dem DSB auf dem Herden-Level. Der DSB Wert eines Bullen beschreibt, inwieweit Töchter anfällig für Totgeburten sind. Ein hoher DSB bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit für zukünftige Totgeburten.

Für eine genaue Analyse des DSB sind wiederum akkurate Aufzeichnungen der Totgeburten nötig. Daraus ergeben sich auf einem Betrieb mit 1500 Kühen folgende Ergebnisse.

# KüheDSB% Totgeburten
Hoher DSB18310,413%
Niedriger DSB1465,13%
Differenz5,310%

Bei der Betrachtung werden erstlaktierenden Kühe nach dem Zuchtwert Totgeburten des Vaters rangiert. Es wird deutlich, dass Tiere mit einem niedrigen DSB Wert 10% mehr lebende Kälber geboren haben, als Kühe, deren Väter einen hohen DSB haben!

Dieser enorme Unterschied bei den lebend geborenen Kälbern wirkt sich ökonomisch stark auf das Ergebnis des Betriebes aus.

Genetik ist real!

In gut organisierten Betrieben mit genauen Aufzeichnungen, können zusätzliche Informationen ausgewertet werden. Nutzungsdauer (Link zu letztem Artikel), Eiweiß- und Fettgehalt sowie Totgeburten sind einige Beispiele, welche die Bedeutung der Genetik auf Herdenlevel verdeutlichen.

Die Selektion nach genomischen Zuchtwerten  zeigt, das sie ihre Erwartungen erfüllt – und sogar übertrifft! Allerdings können ohne eine genaue Tieridentifikation und Dateneingabe diese Effekte nicht ausgewertet und bestätigt werden.

Bei diesen Auswertungen wird deutlich, welche finanziellen Potentiale bei einem verhältnismäßig geringem Input realisiert werden können. Alle Beispiele verdeutlichen, dass…

… die Genetik einen enormen Wert hat.

… bei gutem Management diese Effekte auf dem Herdenlevel bestätigt werden.

… Herden in einer optimalen Umwelt und bei akkurater Identifikation ihre Erwartungen   häufig übertreffen.

… ein betriebsindividueller genetischer Plan, welchen Sie mit Ihrem Alta Vertreter erstellen, mögliche Potentiale bezüglich Profitabilität und Effizienz nutzbar machen kann.

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TPI, PTA & Co. – Erklärung der amerikanischen Zuchtwerte

Für jeden Zuchtbullen wird die genetische Ausstattung für sein individuelles Exterieur und seine individuelle Leistungsfähigkeit über sogenannte PTAs (Predicted Transmitting Abilities) beschrieben. Bestimmte, für den Züchter wichtige Eigenschaften eines Tieres, darunter auch einige PTAs, werden in Gesamtzuchtwerten/Indizes zu einem Gesamtbild eines Bullen zusammengefasst. Die Gesamtzuchtwerte können auf diese Weise als wichtiges Hilfsmittel für die Selektion verwendet werden, um besonders herausstehende Tiere zu identifizieren. Einen bedeutenden Gesamtzuchtwert beschreibt der TPI (Total Performance Index). Er gilt gemeinhin als Branchenstandard und wird daher für alle Alta Bullen berechnet.

Da sich die Berechnung des TPI immer wieder ändert, findet Sie HIER eine Zusammenfassung der aktuellen Formel.

 

Hier finden Sie eine Übersicht verschiedener PTAs:

PTA: Predicted Transmitting Abilities

Bei den PTAs handelt es sich um Schätzwerte für die genetische Überlegenheit (oder Unterlegenheit) eines Bullen. Sie können auch als durchschnittlicher genetischer Wert, den ein Bulle in einem bestimmten Merkmal an seine Nachkommen vererbt, verstanden werden. Das Pedant zu den PTAs in Deutschland sind Zuchtwerte.

1lb: 1 Pfund, entspricht 0,45 kg

GTPI: Genomic Total Performance Index
Der GTPI ist der genomische Gesamtzuchtwert.

NM$: Net Merit in Dollar
Mit dem NM$ Gesamtzuchtwert wird der zusätzliche monetäre Wert eines neuen Tieres für seine gesamte Lebensdauer angegeben.

AV: Alta Value in Dollar
Dieser Gesamtindex wurde von Alta entwickelt. Er wird als Nettowert angegeben, d.h. er drückt den monetären Mehrwert, den eine zusätzlich erzeugte Tochter während ihrer Lebensdauer produziert, direkt in eine heute vergleichbare Summe aus.

CM$: Cheese Merit in Dollar
Der CM$ wird von der USDA definiert und zielt auf Milch, die für die Käseverarbeitung gewonnen wird, ab. In diesen Index fließen neben der Milchleistung (52 %) auch die Tiergesundheit (36 %) und das Exterieur (12 %) mit ein.

 

Leistungsmerkmale:

PTAM: Predicted Transmitting Ability Milk
Mit dem PTAM wird der PTA für Milch angegeben.

PTAP: Predicted Transmitting Ability Protein
Der PTAP beschreibt den PTA für Protein, also den durchschnittlichen genetischen Wert, den ein Bulle für das Merkmal Protein an seine Nachkommen vererbt.

PTAF: Predicted Transmitting Ability Fat
Der PTAF beschreibt den PTA für Fett, also den durchschnittlichen genetischen Wert, den ein Bulle für das Merkmal Fett an seine Nachkommen vererbt.

FE: Feed Efficiency
Die Futtereffizienz bewertet die Futternutzungsrate eines Tieres. Dabei wird die Fähigkeit einer Kuh, große Mengen an Milch zu produzieren ohne dabei große Futtermengen zu konsumieren, untersucht. Die Futtereffizienz wird nach der folgenden Formel berechnet:
FE = (Geldwert der produzierten Milch)-(Futterkosten für zusätzliche Milch)-(zusätzliche Haltungskosten)

PTAT: Predicted Transmitting Ability Type (Exterieur)
Der PTAT beschreibt den PTA für das Exterieur, also den durchschnittlichen genetischen Wert, den ein Bulle für das Exterieur an seine Nachkommen vererbt. Die PTAT bewegen sich i.d.R. zwischen -3,0 und +3,0. Höhere Werte stehen dabei für eine bessere physiologische Anpassung.

CFP: Combined Fat and Protein
Der CFP gibt den kombinierten Fett- und Eiweißwert an. Als physiologischer Normalbereich werden für den CFP Werte zwischen 1,1 und 1,5 angenommen.

PTAC: Predicted Transmitting Ability Components
Mit dem PTAC wird der PTA für Inhaltsstoffe angegeben.

 

Exterieurmerkmale:

DF: Dairy Form
Der Milchtyp gibt die Schärfe im Widerrist, der Rippenabstand, die Harmonie (in Form von Körperproportionen, Übergängen, Oberlinie, Haut und Haaren), sowie das Skelett, die Halslänge und die Kopfform eines Tieres an.

UDC: Udder Composite
Der Euterindex ist das Ergebnis einer Studie der Holstein Association in den USA. Er stellt den Gesamtzuchtwert für das Euter dar. In den UDC fließen verschiedene Merkmale ein, die die Langlebigkeit von Kühen steigern. Dabei werden folgende Merkmale mit der entsprechenden Gewichtung einbezogen:

  •  17 %  Eutertiefe
  •  13 %  Vordereuteraufhängung
  •  19 %  Hintereuterhöhe
  •  16 %  Hintereuterbreite
  •    7 %  Zentralband
  •    4 %  Strichplatzierungsoptimum
  •    3 %  Strichplatzierung vorne
  • -17%   Größe

 

FLC: Feet & Legs Composite
Sowohl Klauen und Sprunggelenk, als auch die Hinterbeinstellung sind für Holsteinzüchter von großer Wichtigkeit. Der FLC stellt einen Wert dar, der genau diese Merkmale in den Fokus nimmt und somit als Gesamtzuchtwert für das Fundament verstanden werden kann. Er soll Holstein-Züchtern dabei helfen, die Langlebigkeit und die Profitabilität der Kühe zu steigern. Dabei werden folgende Merkmale in der dargestellten Gewichtung einbezogen:

  •  58%  Fundamentbewertung
  •    8%  Klauenwinkel
  •  18%  Hinterbeinstellung
  •  17%  Größe

 

RTP: Rear Teat Placement
Das Merkmal der hinteren Strichplatzierung ist insbesondere für Kühe, die am Roboter gemolken werden, interessant. Bei der Selektion nach diesem Merkmal wird darauf geachtet, dass eine ausreichende Distanz zwischen den einzelnen Strichen vorhanden ist, um so dem Roboter eine einfachere Erkennung, sowie ein einfacheres Erreichen der einzelnen Striche zu ermöglichen.

TL: Teat Lenght
Da die Länge der Striche geringer geworden ist, hilft eine Selektion auf Vererber längerer Zitzen dabei, die Befestigung der Melkeinheit sicherzustellen.

UD: Udder Depth
Die Eutertiefe ist insbesondere für robotergemolkene Tiere zu beachten, da sichergestellt werden muss, dass ausreichend Freiraum für das Melkgeschirr erhalten bleibt.

RLRV: Rear Leg Rear View
Die Hinterbein-Rückansicht ist ein relevantes Merkmal, da es Einfluss auf die Lebensproduktivität hat.

 

Gesundheitsmerkmale:

Da die Gesundheit, ebenso wie die Fruchtbarkeit, zu einem großen Teil vom Management und Umweltfaktoren beeinflusst werden, weisen diese Merkmale eine geringere Reliabilität auf, als beispielsweise Leistungs- oder Exterieurmerkmale.

PL: PTA Productive Life
Der PTA PL stellt eine Maßeinheit für den Zeitraum dar, den eine Kuh in einer Herde als „produktives“ Tier verbringt. Er repräsentiert, wie viele Monate zusätzlicher (oder weniger, sofern es sich um eine negative Zahl handelt) Lebenszeit von der Tochter eines Bullen erwartet werden kann. Die PTA PL liegt im Wertebereich zwischen -7,0 und +7,0. Hohe Werte werden dabei bevorzugt. Weist ein Bulle bspw. ein PL von +5,9 auf, bedeutet dies, dass die Nachkommen erwartungsgemäß fast 6 Monate länger in der Herde bleiben als ein durchschnittliches Tier.

SCS: PTA Somatic Cell Score
Zur Bestimmung des PTA Somatic Cell Scores werden die Ergebnisse der monatlichen Milchleistungsprüfung verwendet. Diese Auswertungen ergeben einen Indikator für das Mastitis-Risiko der Bullentöchter. Die PTAs für Somatic Cell Score bewegen sich i.d.R. im Bereich zwischen 2,5 und 3,5. Höhere Werte deuten darauf hin, dass Töchter höhere Zellzahlen aufweisen. Niedrige Werte sind deshalb erwünscht.

FI: Fertility Index
Der Fruchtbarkeitsindex kombiniert mehrere Reproduktionskomponenten in einem gemeinsamen Index. In den FI fließen ein: Die Fähigkeit als Färse aufzunehmen, die Fähigkeit als laktierende Kuh aufzunehmen, die generelle Fähigkeit nach der Kalbung wieder in den Zyklus zu starten, Brunstsymptome zu zeigen, sowie die Trächtigkeit aufrecht zu erhalten.

DCE: PTA Daughter Calving Ease
Die DCE beschreibt den maternalen Kalbeverlauf. Dieser misst die Fähigkeit einer bestimmten Kuh (d.h. der Tochter des jeweiligen Bullen) leicht zu kalben. Hohe Werte zeigen an, dass die Töchter des Bullen tendenziell schwerer kalben als bspw. Töchter von Bullen mit niedrigem DCE.

DPR: PTA Daughter Pregnancy Rate
Der DPR ist der Zuchtwert für Töchterfruchtbarkeit. Er ist dem deutschen Relativzuchtwert Reproduktion (RZR) sehr ähnlich. Er beschreibt den Anteil der nicht trächtigen Kühe, die innerhalb einer 21-Tage-Periode trächtig werden. In diesen Zuchtwert fließt als ein Parameter die Rastzeit ein. Hier wird beobachtet, wie schnell eine Kuh nach dem Kalben wieder brünstig wird. Weiterhin fließt auch die Konzeption in den DPR ein. Die DPR liegt üblicherweise im Wertebereich von +3,0 bis -3,0. Höhere Werte werden dabei bevorzugt.
Ein DPR-Wert von 1,0 bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Töchter dieses Bullen während eines Zyklus trächtig werden um 1% höher liegt als Tiere der Vergleichsbasis. Jede Steigerung um 1% ist gleichbedeutend mit einer 4 Tage kürzeren Güstzeit.

SCE: Sire Calving Ease
Der SCE kennzeichnet den paternalen Kalbeverlauf. Mit dem SCE wird gemessen, ob Kälber eines bestimmten Bullen schwer oder leicht geboren werden.

SSB: Sire Stillbirth
Die SSB ist die paternale Totgeburtenrate. Dieser Parameter misst die Totgeburtenrate bei den Kälbern eines bestimmten Bullen.

DSB: Daughter Stillbirth
Die DSB ist die maternale Totgeburtenrate. Dieser Parameter misst die Totgeburtenrate einer bestimmten Kuh (d.h. der Tochter des jeweiligen Bullen).

SCR: Sire Conception Rate
Die paternale Konzeptionsrate ist ein Maß für die Fruchtbarkeit eines Bullen. Sie basiert auf Ergebnissen realer Trächtigkeitsuntersuchungen.

HCR: Heifer Conception Rate
Die Konzeptionsrate für Färsen gibt den prozentualen Anteil der tragenden Färsen an allen besamten Färsen in einem Zyklus an.

CCR: Cow Conception Rate
Die Konzeptionsrate für Kühe gibt den prozentualen Anteil der tragenden Kühe an allen besamten Kühen in einem Zyklus an.

EFI%: Estimated Future Inbreeding
Der geschätzte zukünftige Inzuchtkoeffizient wird ermittelt, indem in einer Stichprobe von Tieren eine theoretische Anpaarung jedes dieser Tiere mit einem bestimmten Bullen erfolgt. Für jede dieser theoretischen Anpaarungen wird dann die Inzuchtrate berechnet und über die gesamte Stichprobe gemittelt.
Neben dem EFI % existiert zusätzlich der GFI % (genomic future inbreeding), der jedoch nur solche Populationen für bestimmte Anpaarungen betrachtet, die genomisch getestet sind. Daher kann das genetische Profil eines Tieres genau betrachtet werden, anstatt zu schätzen, welche Gene es von welchem Elternteil erhielt. Hierdurch liefert der GFI % genauere Werte als der EFI %.

Die folgenden sechs Gesundheitsmerkmale wurden zur Zuchtwertschätzung im April 2018 veröffentlicht. Bei allen handelt es sich um die Widerstandsfähigkeit gegenüber der Krankheit. Ausführliche Informationen finden Sie HIER.

MAST: Mastitis

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -3,2 und +3,2 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Tier gegenüber einer Mastitis-Erkrankung.

KET: Ketose

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -1,8 und +1,8 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandfähiger ist das Tier gegenüber einer Ketose.

NGV: Nachgeburtsverhalten

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -1,6 und +1,6 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Tier gegenüber Nachgeburtsverhalten.

MET: Metritis

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -1,8 und +1,8 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Tier gegenüber einer Metritis.

LAB: Labmagenverlagerung

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -2,0 und +2,0 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Tier gegenüber einer Labmagenverlagerung.

MF: Milchfieber

Bei 95% der Bullen wird ein Wert zwischen -0,8 und +0,8 erwartet. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Tier gegenüber einer Milchfieber-Erkrankung.

Genetische Codes für Hornlosigkeit:

PO: Observed polled – beobachtet hornlos
CP: Tested heterozygous polled  – Heterozygot hornlos getestet
PP: Homozygous polled – Homozygot hornlos getestet
RC: Carries gene for red hair Color – Kennzeichen für Rotfaktor

 

Funktionsstörende rezessive Gene und Haplotypen:

BL = Bovine Leukozyte Adhesion Deficiency (BLAD)   | TL = BLAD frei
Von BLAD betroffene Tiere weisen eine gestörte Funktion der weißen Blutzellen auf, wodurch sie anfällig für Infektionen sind.

CV = Complex Vertebral Malformation (CVM)   | TV = CVM frei
Von CVM betroffene Tiere weisen eine schwere Entwicklungsstörung der Wirbelsäule auf. Die Kälber werden abortiert, zu früh oder tot geboren. An der Wirbelsäule können Missbildungen auftreten, die Tiere können verkürzte Wirbelsäulen oder versteifte, nach innen verdrehte Gelenke an allen vier Gliedmaßen aufweisen.

DP = Deficiency of the Uridine Monophosphate Synthase (DUMPS)   | TD = DUMPS frei
Die schwerwiegendste Konsequenz einer Infektion mit DUMPS ist embryonaler Frühtod.

BY = Brachyspina   | TY = Brachyspina frei
Die Mehrzahl der von Brachyspina betroffenen Trächtigkeiten endet mit einem Verkalben innerhalb der 40 ersten Trächtigkeitstage. In den sehr seltenen Fällen, in denen die Trächtigkeit bis zum Ende läuft, kommen die Kälber tot zur Welt. Sie weisen eine verkürzte Wirbelsäule, anormal lange Klauen und anormale Organe auf.

Holstein Haplotypen, welche die Fruchtbarkeit negative beeinflussen sind HH1, HH2, HH3, HH4, HH5.

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Kälbergesundheit: Tränkemanagement bei durchfallerkrankten Kälbern

Was tun, wenn das Kalb an Durchfall erkrankt ist? Diese Frage kommt immer wieder auf. Um unter den zahlreich erhältlichen Mitteln das geeignete zu finden muss zunächst einmal deren Funktion geklärt werden. Im heutigen Teil unserer Serie klären wir die Möglichkeiten und Funktionen von Milch- Elektrolyt- und Wassertränken.

 

1. Inhaltsstoffe von Elektrolyttränken

Elektrolyttränken sollen das Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Energiedefizit sowie die Azidose durchfallkranker Kälber beheben. Dazu sollten in Elektrolyttränken folgende Inhaltsstoffe enthalten sein: (1) Elektrolyte (Na+, K+, Cl-), (2) Energiesubstrate, wie Glukose, und (3) Puffer. Die wichtigsten Substanzen, die als Puffer eingesetzt werden, sind Bikarbonat, Acetat, Propionat und Citrat. Wie viel von den entscheidenden Inhaltsstoffen in den Tränken enthalten sein soll sehen Sie in Tabelle 1.

 

Empfohlene Konzentrationen von Elektrolyten, Glucose und Puffern
Inhaltsstoff Empfohlene Konzentration (mmol/l)
Natrium (Na+) 80-140 mmol/l
Kalium (K+) 10-30 mmol/l
Chlorid (Cl-) 40-70 mmol/l
Glucose 150-200 mmol/l
Puffer 50-80 mmol/l

Häufig ist der Gehalt an Puffersubstanzen nicht deklariert. Eine Einschätzung der alkalisierenden Eigenschaften einer Elektrolyttränke kann auch durch die Berechnung der sogenannten strong ion difference (SID) erfolgen: SID = Na+ in mmol/l + K+ in mmol/l – Cl- in mmol/l. Die SID sollte mindestens 50-80 mmol/l betragen. Die besten Erfolge in der Bekämpfung der Azidose der durchfallkranken Kälber werden mit Tränken erzielt, die eine SID von >80 mmol/l aufweisen.
Neben den oben angeführten, unbedingt notwendigen Inhaltsstoffen weisen viele im Handel verfügbare Elektrolytprodukte noch weitere Inhaltsstoffe auf, von denen man sich positive Wirkungen verspricht. Die enthaltenen Substanzen können folgenden Gruppen zugeordnet werden:

 

  1. Quell- und schleimbildende Substanzen, wie Reisschleim, Flohsamen, Pektine/Propektine oder Bananenflocken,
  2. Prä- und Probiotika,
  3. Heilpflanzenextrakte, z.B. Anis, Fenchel, Kümmel oder Kamille,
  4. Absorbenzien, z.B. medizinische Kohle, Kaoline, Zeolithe
  5. Adstringenzien, wie Tannine, Gerbsäuren, Mineralsalze.

 

Diesen Substanzen werden u.a. schleimhautschützende, wasser- und toxinbindende oder entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Allerdings ist der Nutzen dieser Substanzen bisher nicht ausreichend wissenschaftlich an Kälbern untersucht und kann deshalb nicht empfohlen werden. Das wichtigste Ziel der Gabe von Elektrolyttränken ist der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Ein Zusatznutzen, der vor allem auf die Darmschleimhaut wirken soll, ist nicht nötig, da es sich bei Darmepithel um ein hochregeneratives Gewebe handelt. Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Inhaltsstoffe auch schädliche Wirkungen entfalten, sind einfache Elektrolyttränken, die nur Elektrolyte, Glucose und Puffer enthalten, komplexen Tränken vorzuziehen.

 

2. Milchtränke

MilchtränkeBis vor einigen Jahren wurde den Landwirten geraten, ihren durchfallkranken Kälbern keine Milch zu geben. Man ging davon aus, dass durch die Krankheit die Verdauung der Milch nicht möglich sei und die Milchtränke den Durchfall verstärken könnte. Ein Problem des längerfristigen Milchentzugs ist die verminderte Energiezufuhr, die zur Abmagerung der kranken Tiere führt. Gerade kranke Tiere haben einen hohen Energiebedarf. Aus energetischer Sicht müsste ein Kalb 10 Liter einer Elektrolyttränke trinken, um die Energiemenge aufzunehmen, die in einem Liter Milch enthalten ist. In vielen Studien konnte belegt werden, dass die unverminderte Gabe von Milch in Kombination mit der Verabreichung von Elektrolyttränke keine negativen Effekte auf den Krankheitsverlauf von durchfallkranken Kälbern hat. Wird die Milchtränke nicht unterbrochen, nehmen die Tiere auch während der Erkrankung weiterhin zu. Deswegen wird heute allgemein empfohlen, die Milchtränke beim durchfallkranken Kalb beizubehalten.

Bei unveränderter Fütterung der durchfallkranken Kälber mit Milch ergibt sich die Frage, ob die Elektrolyttränke gleichzeitig oder zeitlich versetzt zur Milchtränke gegeben werden sollte. Lange Zeit wurde vermutet, dass die gleichzeitige Gabe von Elektrolyttränke und Milch die Labgerinnung im Labmagen der Kälber stören könnte, wodurch die Durchfallsymptomatik verstärkt würde. Dies wurde angenommen, da vor allem bikarbonat- und citrathaltige Elektrolyttränken die Milchgerinnung im Reagenzglas verhindern. In einer eigenen und einer Untersuchung aus den USA konnten keine negativen Effekte bei gleichzeitiger Gabe von Milch/Milchaustauscher und acetat-, propionat-, bikarbonat- sowie citrathaltigen Elektrolyttränke auf die Milchgerinnung im Labmagen gesunder Kälber nachgewiesen werden. Neueste Untersuchungen zur Milchgerinnung im Labmagen von durchfallkranken Kälbern konnten keine Störung der Labgerinnung bei gleichzeitiger Gabe von Elektrolyttränken und Milch nachweisen.

 

3. Elektrolyttränken bei Kälberdurchfall: Was? Wann? Wieviel?

Elektrolyttränken sollten zeitnah zum Auftreten erster Symptome der Diarrhoe verabreicht werden. Der Gesamtbedarf an Flüssigkeit setzt sich aus dem Grundbedarf (10 % der Körpermasse), dem aktuellen Volumendefizit und den fortlaufenden Flüssigkeitsverlusten zusammen. Der tägliche Grundbedarf an Flüssigkeit sollte durch die Milchtränke abgedeckt werden. Das aktuelle Flüssigkeits- und Elektrolytdefizit sowie die laufenden Verluste müssen durch zusätzliche Gaben von Flüssigkeit und Elektrolyten ersetzt werden.

Um ihren Energiebedarf zu decken, benötigen gesunde Kälber im ersten Lebensmonat mindestens 7,3 Liter Vollmilch  (bzw. Milchaustauscher mit 2,51 MJ ME/L) pro Tag. Ein krankes Kalb hat einen höheren Energiebedarf als ein gesundes, benötigt demzufolge mehr als 7,3 Liter Vollmilch. Eine hohe Milchaufnahme von Kälbern ist anzustreben, diese wirkt sich positiv auf die Körpermasseentwicklung sowohl bei gesunden, als auch bei kranken Kälbern aus. Zu diesem Zwecke wird die Milch am besten ad libitum verabreicht.

Die Fütterung hoher Milchmengen allein reicht allerdings nicht aus, um die Elektrolytverluste der durchfallkranken Kälber auszugleichen. Jedes durchfallkranke Kalb sollte mit einer Elektrolyttränke mit den empfohlenen Konzentrationen an Elektrolyten, Glucose und Puffersubstanzen (s. Tabelle 2) versorgt werden. Ein Kalb mit Diarrhoe verliert zwischen 6 und 10 Litern Flüssigkeit täglich, d. h. 6-10 Liter Elektrolyttränke sollten innerhalb von 24 Stunden an die kranken Kälber vertränkt werden. Ob nun exakt 7 oder 10 Liter gegeben werden müssen, ist nebensächlich. Wichtiger ist, dass die Kälber unverzüglich Elektrolyttränke bekommen und dass sie diese bis zum Abklingen der Erkrankung in adäquater Menge (mind. 6 Liter) erhalten. Anhand der aktuellen Untersuchungen bestehen keine Bedenken das Elektrolytpulver/-gel in der Milchtränke direkt zuzubereiten. Die Elektrolytzubereitung kann in der gleichen Menge in Milch eingerührt werden, wie es für die Zubereitung in Wasser vorgesehen ist. Der Vorteil der Gabe von Elektrolyten über die Milchtränke ist, dass die Kälber – wenn sie rationiert gefüttert werden – an Zeiten und Mengen der Milchtränke gewöhnt sind und nicht lernen müssen zusätzlich zur Milchmahlzeit wasserbasierte Elektrolyttränke aufzunehmen. Allerdings ist bei der Gabe von Elektrolyten über die Milchtränke sicher zu stellen, dass die Kälber jederzeit freien Zugang zu Wasser haben müssen. Bei Elektrolyt-Milch-Gemischen handelt es sich um hypertone Lösungen (höherer Salzgehalt als der Salzgehalt im Blut), bei deren Verfütterung ohne die Möglichkeit zur Wasseraufnahme eine Kochsalzvergiftung ausgelöst werden könnte. Natürlich kann die Gabe der Elektrolyttränke auch im Wechsel mit der Milchtränke erfolgen, d.h. die Kälber erhalten 3-5mal täglich 2 Liter in Wasser zubereitete Elektrolytlösung. Ob die Elektrolyte in Milch oder Wasser angeboten werden, sollte sich an den jeweiligen Fütterungsbedingungen des Betriebs orientieren. In einer Untersuchung auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch des Landes Sachsen konnten geringe, aber nicht statistisch signifikante Unterschiede in der Durchfalldauer bei erkrankten Kälbern in Abhängigkeit von dem Tränkeregime erkannt werden: Kälber, die ad libitum mit Milch ernährt wurden und zusätzlich in Wasser zubereitete Elektrolyttränke erhielten, hatten mit 4,7 Tagen die kürzeste Durchfallepisode. Kälber, die die Elektrolyte über die rationierte Milchtränke erhielten, waren 5 Tage erkrankt. Die dritte Tränkegruppe erhielt rationiert Milch und wasserbasierte Elektrolyttränke im Wechsel und hatte mit 5,7 Tagen die längste Durchfalldauer. Kein Tier musste per Dauerinfusion versorgt werden. Fazit der Untersuchung: Wie die Elektrolyte gegeben werden, ist eher nebensächlich; wichtig ist, dass überhaupt welche gegeben werden.

 

Durchfalldauer, Milch- und Wasseraufnahme sowie Gewichtszunahme während einer Durchfallperiode
Milch-ORL Wasser-ORL Milch a.l. + Wasser-ORL
Durchfalldauer (Tage) 5,00 ± 1,39 5,65 ± 2,23 4,68 ± 1,63
Milchaufnahme (L) 5,06a ± 1,07 4,80a ± 1,26 7,15b ± 2,13
Wasseraufnahme (L) 1,72a ± 1,19 0,95b ± 0,96 0,63b ± 0,73
Gewichtszunahme (g) 658 ± 324 474 ± 265 587 ± 390

(arithmetischer Mittelwert ± Standardabweichung)

 

4. Wasser auch für junge Kälber!

In der Untersuchung in Köllitsch wurde außerdem die Wasseraufnahme gesunder und durchfallkranker Kälber geprüft. Auch in den ersten Lebenstagen nehmen Kälber Wasser auf (s. Abb. 2), obwohl die Wassergabe an Kälber erst nach dem 14. Lebenstag gesetzlich fixiert ist (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung). Bekommen junge Kälber Durchfall, steigt die Wasseraufnahme signifikant an. Die höchste Wasseraufnahme zeigten Kälber, die die Elektrolyte über die Milchtränke erhielten, aber auch Kälber die ad libitum mit Milch getränkt wurden, nahmen Wasser auf (s. Tabelle 3).

Es ist wichtig, dass Kälber ab dem 1. Lebenstag Wasser zur freien Verfügung aufnehmen können. Durchfall tritt meist vor Erreichen des 14. Lebenstages auf. Sind Kälber ab dem 1. Lebenstag gewöhnt, Wasser aufzunehmen, können sie bei einer Durchfallerkrankung besser ihren Flüssigkeitshaushalt regulieren. Darüber hinaus nehmen Kälber, die frühzeitig Wasser zur freien Verfügung haben, mehr Kälberkorn auf und realisieren höhere Tageszunahmen.

Für weitere Informationen steht Ihnen unsere Tierärztin Dr. Lisa Bachmann zur Verfügung.

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Kälbergesundheit: Kälberdurchfall – Ursachen, Auswirkungen, Prophylaxe und Behandlung

Trotz diverser beim Tierarzt und im Handel erhältlicher Elektrolyttränken, sterben nach wie vor zu viele Kälber an den Folgen einer Durchfallerkrankung. In dieser zweiteiligen Serie wollen wir Ihnen helfen, die richtigen Maßnahmen beim Auftreten von Durchfallerkrankungen bei Ihren Kälbern einzuleiten. Denn vermutlich ist nicht der Mangel an Therapeutika, sondern häufig schlichtweg ein falsches Management Ursache für die hohe durchfallbedingte Kälbersterblichkeit.

1. Ursachen

Durchfallerkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache bei Kälbern. Neben dem wirtschaftlichen Schaden ist der hohe Tierverlust auch ein wesentlicher Imageschaden für die landwirtschaftlichen Betriebe. Die Ursachen für das Auftreten von Kälberdiarrhoe sind vielfältig. Sowohl infektiöse Ursachen wie Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze als auch nicht-infektiöse Ursachen wie Mängel in der Kolostrumversorgung, Tränkezusammensetzung oder -technik spielen eine Rolle. In den meisten Fällen ist das Zusammenwirken mehrerer Faktoren für das Krankheitsgeschehen verantwortlich.

Bei erhöhtem Vorkommen von Durchfall im Betrieb sollte in jedem Fall der bestandsbetreuende Tierarzt zu Rate gezogen werden, um die Ursachen zu ermitteln und so gut wie möglich abzustellen. Für die wichtigsten Durchfallerreger (Rota-, Coronaviren, E. coli, Kryptosporidien) existieren Schnelltests, die im Stall durchführbar sind und sofort Aufschluss über das Infektionsgeschehen im Bestand geben können.

Die Ernährung des neugeborenen Kalbes hat einen wesentlichen Einfluss auf das Auftreten von Durchfallerkrankungen. Faktoren, die aus Sicht der Tierernährung die Entstehung von Diarrhoen fördern, sind: (1) zu geringe oder zu späte Kolostrumversorgung der Kälber, (2) Einsatz von Milchaustauschern (MAT) mit milchfremdem Protein (Soja) und (3) hohe Sulfatgehalte im MAT sowie (4) Fehler in der Tränketechnik und -hygiene, wie zu hohe oder zu niedrige Tränketemperatur, unsachgemäße Zubereitung des MAT, Gabe großer Mengen pro Mahlzeit, unregelmäßige Fütterungszeiten, unzureichende Reinigung der Nuckeleimer und fehlerhafte Lagerung des MAT.

InfektiösNicht-Infektiös
VirenImmunstatus der Kälber
- Rota-, Coronaviren- Mängel in der Kolostrumversorgung
- BVD/MD- Mangelhafte Ernährung
- andere, z.B. Breda-, Calici- und Parvoviren- Muttertierimpfung
BakterienFehler in der Tränkezusammensetzung
- E.coli- Milchaustauscher mit milchfremdem Protein
- Salmonellen- MAT mit hohem Sulfatgehalt
- andere, z.B. Clostridien- MAT mit hohem Stärkegehalt
ProtozoenFehler in der Tränketechnik und/oder -hygiene
- Kryptosporidien- zu hohe oder zu niedrige Tränketemperatur
- Eimerien- unsachgemäße Zubereitung des Milchaustauschers
Pilze- Gabe großer Mengen/Mahlzeit
- unregelmäßige Fütterungszeiten
- unzureichende Reinigung der Nuckeleimer
- fehlerhafte Lagerung des MAT

2. Auswirkungen

Durch die Schädigung des Darmepithels verlieren durchfallkranke Kälber große Mengen an Elektrolyten und Flüssigkeit über den Kot. Das führt zur Austrocknung der kranken Tiere. Je länger und schlimmer die Erkrankung ist, desto eher sinkt der pH-Wert im Blut. Dies wird als Azidose bezeichnet. Eine starke Azidose und Austrocknung der Kälber kann dazu führen, dass die Tiere nicht mehr freiwillig trinken und vom Tierarzt per Dauerinfusion therapiert werden müssen. Ziel aller Maßnahmen, die auf den Betrieben bei Kälberdurchfall angewendet werden, muss sein, einen solch schlimmen Krankheitsverlauf zu vermeiden.

3. Prophylaxe von Durchfallerkrankungen

Neben dem Abstellen der Ursachen (s. Tabelle 1), Impfungen und gründlicher Hygiene sind folgende diätetische Prophylaxemaßnahmen Erfolg versprechend: (1) verlängerte Kolostrumfütterung bis zum 14. Lebenstag und (2) die Verabreichung der Milch als Kaltsauer- oder Joghurttränke zur freien Verfügung. Bei beiden Verfahren wird die Milch durch Ansäuerung hygienisiert und damit haltbar gemacht. Die Kaltsauertränke wird durch organische Säuren dickgelegt. Für die Joghurttränke wird Vollmilch kontinuierlich mit handelsüblichem Joghurt überimpft. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des bayerischen Landesamts für Landwirtschaft.

4. Behandlung von Durchfallerkrankungen

In den meisten Fällen ist eine ursächliche Therapie bei Kälberdiarrhoe nicht möglich, deswegen werden durchfallkranke Tiere vorwiegend symptomatisch therapiert. Die Verabreichung von Elektrolyttränken ist das Mittel der Wahl bei Kälbern, die noch selbständig trinken. Verlieren durchfallkranke Kälber die Sauglust, hat sich die einmalige Injektion von Meloxicam, in einer Untersuchung als geeignet erwiesen, den Appetit der kranken Tiere zu steigern. Dieser Wirkstoff, der schmerz- und entzündungshemmend wirkt, ist für die Behandlung bei Kälbern mit Durchfall zugelassen. Die Medikation kann versucht werden, um eine Infusionstherapie zu vermeiden. Wenn dies nicht zum Erfolg führt, sollte aus tierschutzrechtlichen Gründen, sofort eine Infusionstherapie eingeleitet werden. Die Gabe von Antibiotika ist bei Durchfallkälbern nicht indiziert, da die meisten Erkrankungen nicht ausschließlich einer bakteriellen Ursache zugeordnet werden können. Antibiotika beeinträchtigen die normale Darmflora, so dass ihre Applikation auch potentiell das Durchfallgeschehen verschlimmern kann.

Lesen Sie auch den Teil 2: Tränkemanagement durchfallkranker Kälber.

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