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Zukünftige Leistung über die durchschnittlichen Tageszunahmen vorhersagen

Färsen werden immer häufiger mit Hilfe genomischer Typisierung einem Ranking unterzogen, welches als wichtige Entscheidungshilfe für ein strategisches Management genutzt wird. Dies ist aber nicht der einzig mögliche Weg. Wenn Sie nicht nur auf die Maximierung Ihres genetischen Fortschrittes bedacht sind, sondern auch auf Ihren zukünftigen Gewinn, gibt es alternative Methoden, um zu entscheiden, welche Färse den Betrieb verlassen soll und welche nicht.

Durchschnittliche Tageszunahmen als Selektionskriterium?

Verweise auf durchschnittliche Tageszunahmen (average daily gain= ADG) stammen typischerweise aus der Fleischindustrie und in letzter Zeit auch von Fütterungswissenschaftlern und Forschern. Studien bei Milchrindern haben gezeigt, dass einzelne Betriebe einen Einfluss der durchschnittlichen Tageszunahmen auf das zukünftige Potential der Milchleistung feststellen. Eine Studie der Cornell University hat bewiesen, dass jedes zusätzliche Kilogramm an Tageszunahmen bei Kälbern vor dem Absetzen in 1,113 Kilogramm mehr Milch in deren ersten Laktation zur Folge hat.

Das individuelle Wiegen von Kälbern zu festgelegten Zeitpunkten im ersten Lebensabschnitt erfasst die durchschnittlichen Tageszunahmen, welche ein effektives Mittel für die Vorhersage der Tiere mit den höchsten Leistungen in der ersten und folgenden Laktationen sein können.

In der untenstehenden Tabelle wird dies verdeutlicht. Auf diesem 2850- Kuh Holstein Betrieb in Wisconsin werden die Gewichte jedes einzelnen Kalbes bei der Geburt und beim Absetzen ermittelt. Anschließend wird mit der Herdenmanagement Software die durchschnittliche Tageszunahme jeden Tieres berechnet.

Tabelle 1Anzahl der TiereADGØ 305ME 1. Laktation
Gruppe 1 - Top 25% mit höchstem ADG332988 g15.016 kg
Gruppe 2 - Unterste 25% mit niedrigstem ADG304757 g14.442 kg
Unterschied231 g574 kg

Hier haben wir alle Tiere in der ersten Laktation basierend auf ihrer ursprünglichen durchschnittlichen Tageszunahme in Quartile eingeteilt. Die besten Tiere nahmen fast 1 kg pro Tag von der Geburt bis zum Absetzen zu, während die schlechtesten 25% der Tiere in der gleichen Zeit nur geringe Zunahmen von 757 g am Tag erreichten.

In der kurzen Zeit von zwei Jahren bis die Kälber in die melkende Herde gelangen, entsteht ein Unterschied zwischen den Tieren mit den höchsten zu den niedrigsten Tageszunahmen von beeindruckenden 574kg mehr produzierter Milch in durchschnittlicher 305-Tagesleistung. Das spiegelt die Ergebnissen der oben genannten Studie der Cornell Universität 2012 wider.

Genetik macht den Unterschied

Gehen wir mit der Analyse einen Schritt weiter, zeigt sich die Genetik in besseren und gesünderen Kälbern, die jeden Tag mehr wachsen.

Teilen wir die Gruppen der Analyse von oben in Tabelle 1 in zwei separate genetische Gruppen, sieht man wie sich die Tiere in jeder Gruppe im Verhältnis zu ihrer genetischen Vorhersage entwickeln. Das zeigt uns, ob durchschnittliche Tageszunahmen Auswirkungen darauf haben, was ein Tier aufgrund seines genetischen Potentials leisten kann.

Tabelle 2 zeigt ausschließlich Kühe der ersten Laktation, die sich in der Gruppe der besten 25% Färsen mit den höchsten durchschnittlichen Tageszunahmen von Geburt bis zum Absetzen befanden.  Innerhalb dieser Gruppe vergleichen wir die 305-Tageleistungen basierend auf dem Durchschnitt der Eltern für den Milchzuchtwert PTA Milch.

Tabelle 2 - Tiere mit höchsten durchschnittlichen TageszunahmenAnzahl der TiereADGØ PTAM ElternØ 305ME 1. Laktation
Beste 50% Elterndurchschnitt PTAM166993 g266 kg15.650 kg
Niedrigste 50% Elterndurchschnitt PTAM166984 g48 kg14.390 kg
Unterschied9 g218 kg1.260 kg

Hier wird deutlich, dass innerhalb der Kälber mit den besten durchschnittlichen Tageszunahmen, die Tiere mit dem höchsten Elterndurchschnitt für PTA Milch nach der Kalbung fast 1300 kg mehr Milch geben, als die Tiere mit einem niedrigeren Durchschnitt für PTA Milch.

Tabelle 3 unterscheidet sich dahingehend, dass hier die Kühe der ersten Laktation verglichen wurden, welche aufgrund ihrer durchschnittlichen Tageszunahmen zu den 25% schlechtesten zählen. Vergleichen wir die Milchleistungen innerhalb dieser niedrigen Gruppe, sehen wir, dass ein hoher Elterndurchschnitt für PTAM in nur 820 kg mehr Milch in der ersten Laktation resultiert.

Tabelle 2 - Tiere mit niedrigsten durchschnittlichen TageszunahmenAnzahl der TiereADGØ PTAM ElternØ 305ME 1. Laktation
Beste 50% Elterndurchschnitt PTAM152762 g258 kg14.863 kg
Niedrigste 50% Elterndurchschnitt PTAM152757 g25 kg14.042 kg
Unterschied5 g233 kg821 kg

Innerhalb beider Gruppen bedeutete ein höherer Elterndurchschnitt für PTAM sogar mehr Milch als durch die Genetik vorhergesagt. Trotzdem zeigt der Vergleich der Unterschiede in der 305-Tageleistung der ersten Laktation, dass die Gruppe mit den hohen durchschnittlichen Tageszunahmen die Gruppe mit den niedrigen Zunahmen um fast 450 kg Milch zusätzlich überholt.

Dies bedeutet, dass wenn Kälber das beste Futter und die beste Pflege bekommen und so höhere tägliche Zunahmen erreichen, ihre Gene sogar besser zum Ausdruck kommen, als erwartet.

Strategische Management Entscheidungen

Wenn es Ihre betriebliche Situation erfordert extra Färsen zu verkaufen, ist es besser dies auf strategische Art und Weise zu tun. Während genomische Tests für dieses Ziel sicher ihren Wert haben, kann das Überwachen und Messen der täglichen Zunahmen als eine effektive Alternative dienen.

Wenn die Tiere, die früh im Leben schneller wachsen, später eine höhere Leistung erbringen als andere, ist es eine leichte Entscheidung, die am schnellsten wachsenden Tiere in der Herde zu behalten. Wenn Sie die Kälber verkaufen, die von Beginn an auf einem unzureichenden Level wachsen, können Sie Futterkosten für Tiere, die deutlich weniger produzieren werden und die Aufzucht von Tieren, für die Sie auf dem Betrieb ggf. keinen Platz haben, vermeiden.

Zu wissen, dass diese gesunden Kälber extra Milch in den Tank liefern werden, bestärkt außerdem die Wichtigkeit von richtiger und fortschrittlicher Kälberfütterung und den Fokus auf allgemeine Kälbergesundheit. Selbst wenn die Zeiten gut sind, sollten Sie die Zukunft ihrer Milchherde immer im Auge haben.

Schnell gelesen

  • Wenn Sie einen strategischen Plan für die Selektion von Färsen einführen, bedenken Sie das individuelle Wiegen von Kälbern zu klar festgelegten Zeitpunkten im Leben, um durchschnittliche Tageszunahmen zu erfassen. Ein Ranking basierend auf Tageszunahmen, kann definieren welche Färsen behalten und welche verkauft werden. Dies hat einen großen Einfluss auf die zukünftigen Gesamtkosten der Produktion.

 

  • Nutzen Sie die Genetik, die Sie ausgewählt haben. Die Gene eines Tieres können nur dann bestmöglich entfaltet werden, wenn es die beste Fütterung und Pflege vom ersten Tag an erhält.  Der tägliche Zuwachs jedes Kalbes, sogar in den ersten Monaten, hat große Auswirkungen auf das Potenzial für die spätere Milchleistung.

References:

Soberon F, Raffrenato E, Everett RW and Van Amburgh ME. 2012. Preweaning milk replacer intake and effects on long-term productivity of dairy calves. J Dairy Sci. 2012 Feb;95(2):783-93. doi: 10.3168/jds.2011-4391.

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Wie stichhaltig und genau sind genomische Zuchtwerte?

Wir befinden uns mitten in der Ära der genomischen Zuchtwerte. Wie viele andere Milchviehhalter, setzen vermutlich auch Sie inzwischen sorgenfrei genomisch-geprüfte Bullen in Ihrem genetischen Plan ein.

Nichtsdestotrotz haben Sie möglicherweise nach wie vor Fragen zu den Unterschieden, die Sie zwischen genomisch-geprüften und töchtergeprüften Bullen erwarten können. Um Ihre Fragen adäquat zu beantworten, haben wir eine eingehende Analyse aller eingesetzten Bullen vorgenommen. Unser Ziel war es, herauszufinden, wie stichhaltig und genau die genomischen Zuchtwerte sind. Werden sie über einen längeren Zeitraum genauer oder nimmt ihre Genauigkeit ab?

Was haben wir daraus gelernt?

Grafik 1 zeigt den durchschnittlichen Unterschied des TPI (Total Performance Index = Gesamtzuchtwertindex eines Bullen) der ersten genomischen Zuchtwerte zu den Werten der töchtergeprüften Bullen im April 2017.
Der Unterschied des TPI ist der Abstand, der zwischen der blauen und orangefarbenen Linie liegt.

Grafik 1: Veränderung des TPI vom genomischen Zuchtwert 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Obwohl die genomischen Zuchtwerte nach wie vor geringfügig erhöht sind, wird die Lücke zwischen genomischen Zuchtwerten und töchtergeprüften Bullen bei jeder Zuchtwertschätzung kleiner.

Sie möchten mehr Details?

Um die Daten in einem anderen Blickwinkel zu betrachten, schauen wir uns alle 1.078 Zuchtbullen aus dem Jahr 2013 an. Dies tun wir aus dem einfachen Grund, dass alle Zuchtbullen aus dem Jahr 2013 inzwischen in den Bereichen Produktion, Gesundheit und Exterieur töchtergeprüft sind.

Die glockenförmige Kurve in Grafik 2 zeigt den Mittelwert und die Standardabweichung des TPI aller 1.078 Bullen, die 2013 genomische Zuchtwerte erhielten.

Grafik 2: Histogramm der Unterschiede im TPI vom ersten genomischen Zuchtwert in 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Wie Sie sehen können, hat sich der Wert durchschnittlich um weniger als 100 Punkte vom Veröffentlichungszeitraum der genomischen Zuchtwerte zur Töchterprüfung 2013 verändert. Einhundert dieser Bullen haben einen töchtergeprüften TPI, der um weniger als 20 Punkte von der ursprünglichen genomischen Prüfung abweicht. Nur ungefähr 40 der 1.078 Bullen haben mehr als 300 TPI-Punkte verloren – das sind weniger als 4%.

Der gleiche Trend lässt sich für die NM$-Gesamtzuchtwerte beobachten. Tabelle 4 zeigt den durchschnittlichen Unterschied und die Standardabweichung des NM$ derselben 1.078 Bullen, die 2013 genomisch geprüft wurden. Diese Bullen veränderten ihren Wert um ca. -103 NM$ von ihrem ursprünglichen genomischen Zuchtwert 2013 zu ihrem töchtergeprüften Wert im April 2017.

Fünfundneunzig Bullen blieben konstant innerhalb der geringen Differenz von 20 Punkten von ihrem genomischen Zuchtwert zum töchtergeprüften NM$-Wert. Weniger als 20 Bullen verzeichneten einen Unterschied von mehr als 300 NM$-Punkten.

Grafik 3: Histogramm des Unterschieds in NM$ vom genomischen Zuchtwert in 2013 zum töchtergeprüften Zuchtwert im April 2017

Momentan weisen unsere besten töchtergeprüften Bullen einen soliden durchschnittlichen TPI von 2507 Punkten auf. Jedoch weist die beste Gruppe der genomisch-geprüften Tiere einen Vorsprung von +217 Punkten gegenüber den töchtergeprüften Bullen auf! Unsere besten genomischen Bullen sind exklusiv unseren Advantage Kunden zugänglich. Wenn Sie Interesse an unserem Advantage Programm haben, sprechen Sie uns gerne an!

August 2017 Top genomisch-geprüfte BullenGTPI
AltaDRAGO2783
AltaKID2775
AltaSWAG2773
AltaAMULET2714
AltaMORENO2705
AltaPUEBLO2702
AltaBIGFORK2699
AltaEXPAT2699
AltaPURITY2698
AltaBOMBAST2692
Mittelwert2724
August 2017 Top töchtergeprüfte BullenTPI
AltaCR2670
AltaSPRING2622
AltaROBLE2559
AltaRABO2505
AltaJAKE2479
AltaBGOOD2476
AltaENTRUST2457
AltaEMBASSY2456
AltaGILCREST2440
AltaMERCI2406
Mittelwert2507

Einige Bullen gewinnen Punkte, andere verlieren Punkte, jedoch sind Ihre Chancen gleich Null, dass jeder einzelne Bulle an der Spitze der genomisch-geprüften Tiere unter die Werte der aktuellen töchtergeprüften Bullen fällt.

Während Sie die genetischen Entscheidungen für Ihre Herde treffen, behalten Sie immer folgendes im Hinterkopf:

  1.  Genomische Zuchtwerte sind geringfügig erhöht. Mit jeder Zuchtwertschätzung der genomischen zu den töchtergeprüften Zuchtwerten der TPI- und NM$-Werte jedoch wird der Unterschied dank Modelländerungen geringer.
  2.  Der durchschnittliche TPI- und NM$-Unterschied zwischen den genomischen Zuchtwerten zu den töchtergeprüften Zuchtwerten der Bullen aus dem Jahr 2013 liegt bei ca. -100 Punkten. Trotz dieses Unterschieds vollziehen Sie einen deutlich schnelleren genetischen Fortschritt, wenn Sie eine Gruppe von Bullen mit genomischen Zuchtwerten verwenden, als wenn Sie auf eine Gruppe mit ausschließlich töchtergeprüften Zuchtwerten zurückgreifen.
  3.  Stellen Sie sicher, dass die genetischen Veränderungen, die Sie vornehmen, Ihren Zielen angepasst sind. Wählen Sie eine Gruppe genomisch-geprüfter Bullen aus, die auf Ihren individuellen genetischen Plan zugeschnitten ist. Legen Sie ausschließlich Wert auf die Leistungs-, Gesundheits- und Exterieurmerkmale, die Ihnen am wichtigsten sind, um die Produktivität Ihres Betriebes in Zukunft voranzubringen.

 

Die Analyse der Zuchtwertschätzung sowie die Tabellen wurden von der PEAK-Genetikerin Ashley Mikshowsky durchgeführt und erstellt.

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